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Filme

Berlin im Kino-Fieber

Die 54. Internationalen Filmfestspiele in Berlin haben zwar einige Streifen an ihren französischen Rivalen in Cannes abgeben müssen, aber mit fast 400 Filmen im Angebot gibt es ab 5. Februar immer noch viel zu sehen.

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Nur die Stars fehlen noch

Nicole Kidman hat zwar bereits abgesagt, doch einen Mangel an Stars wird es auf den roten Teppichen der Berlinale trotzdem nicht geben: Jack Nicholson und Bud Spencer wollen kommen, um ihrer neuesten Filme vorzustellen, Cate Blanchett und Juliette Binoche sind auch dabei.

Südafrika und Lateinamerika sind Schwerpunkte

Binoche ist auf dem Festival mit "Country of My Skull" vertreten, einem britischen Film über die südafrikanische Wahrheitsfindungskommission. Zusammen mit 22 anderen Produktionen ist der Film im Rennen um die höchste Auszeichnung des Festivals, den goldenen Bären. Die Trophäe wird von einer siebenköpfigen Jury unter Leitung der amerikanischen Schauspielerin Frances McDormand ("Fargo") vergeben. Deutsches Jury-Mitglied in diesem Jahr ist der Produzent Peter Rommel ("Halbe Treppe").

Südafrika, das 2004 den 10. Jahrestag des Ende der Apartheid feiert, ist einer der Schwerpunkte des Festivals. Lateinamerika wird auch besonders berücksichtigt: So erhält der argentinische Regisseur Fernando Solanas den goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk.

Galerie Berlinale 2004 Maria, llena eres de gracia

Szene in Maria, llena eres de gracia

Der Film "El abrazo partido" (Die verlorene Umarmung) von Solana’s Landsmann Daniel Burman wird auch im Wettwerb zu sehen sein. Die US-kolumbianische Koproduktion "Maria, llena eres de gracia" (Maria die Gnadenvolle) des Regisseurs Joshua Marston ist ein weiterer Anwärter auf den goldenen Bären.

Berlinale-Organisatoren, die in diesem Jahr 3.117 Filmeinreichungen erhielten, haben auch zwei deutsche Filme für den Wettbewerb ausgewählt. "Gegen die Wand" von Fatih Akin ("Solino") handelt von den Problemen der zweiten türkischen Einwandergeneration in Deutschland. In "Die Nacht singt ihre Lieder" erzählt Romuald Karmakar ("Der Totmacher") die Liebestragödie eines jungen Paares im Berliner Szene-Bezirk Mitte.

Talente, Märkte, Retrospektiven

Neben dem Wettbewerb bietet die Berlinale auch in diesem Jahr wieder eine Vielzahl anderer Veranstaltungen. Dazu gehören ein Kurzfilmfestival und der Bereich "Panorama", der sich vornehmlich dem Arthouse-Kino und dem Autorenfilm widmet. Neben dem traditionellen Kinderfilmfest gibt es zum ersten Mal auch eine Filmreihe für Jugendliche ab 14 Jahren.

In Perspektive Deutsches Kino und German Cinema kann sich das Publikum über die zeitgenössische deutsche Filmlandschaft informieren. Insgesamt werden auf der Berlinale 58 deutsche Produktionen zu sehen sein.

Die diesjährige Retrospektive unter dem Titel "New Hollywood 1967 - 1976: Trouble in Wonderland" beleuchtet eine Filmepoche, deren Kennzeichen Experimentierfreude und der Abschied von traditionellen Erzählmustern waren. Klassiker wie Martin Scorcese’s "Taxi Driver", Francis Ford Coppola’s "Der Pate I/II" and Dennis Hopper’s "Easy Rider" werden hier zu sehen sein.

Eine weitere Festival-Retrospektive zeigt Filme aus der Nachkriegszeit, die mit Hilfe des Marshall-Plans finanziert wurden und "die Hilfsaktivitäten der Amerikaner dokumentierten, zur Selbsthilfe anregten und für interkulturelle Verständigung, Demokratie und Pluralismus warben - nicht zuletzt in Abgrenzung zum kommunistischen Osteuropa".

Berlinale-Macher haben außerdem 520 junge Filmemacher aus 84 Ländern zum so genannten Talent Campus eingeladen. Teilnehmer werden mit erfolgreichen Kollegen wie "Cold Mountain"-Regisseur Anthony Minghella, Kameramann Michael Ballhaus ("Gangs of New York") und Komponist Zbigniew Preisner ("Blau", "Weiß", "Rot") zusammen arbeiten und auch Gelegenheit erhalten, ihre eigenen Werke auf dem neuen "Co-Production Market" zu präsentieren, der auch von Produzenten und Finanziers besucht werden wird.

Galerie Berlinale 2004 Dieter Kosslick Berlinale zeigt 400 Filme

Dieter Kosslick

Eine andere Veranstaltung heißt "Hollywood in Nigeria" und befasst sich mit der explodierenden Filmindustrie des westafrikanischen Landes: Rund 1200 Filme werden dort pro Jahr produziert. "Wir fanden, dass Afrika ein bisschen unterbelichtet war", sagte Festivaldirektor Dieter Kosslick (Foto) und erzählte, dass die nigerianischen Filmemacher angeboten hätten, für jeden Bereich der Berlinale eigens Filme zu drehen.

Drei gehen nach Cannes

Anders als ihre nigerianischen Kollegen haben sich allerdings drei Filmemacher und ihre Produktionsfirmen in letzter Minute dazu entschlossen, ihre Werke lieber im Mai auf dem Festival in Cannes zu präsentieren.

Kosslick gab zu, dass ihm der Verlust von Filmen wie Walter Salles "The Motorcycle Diaries", der auf den Tagebüchern des jungen Che Guevaras basiert, einigen "Nachtschlaf" gekostet hätte, zudem die Programme bereits beim Drucken waren. In Anspielung auf die Rivalität zwischen Berlinale und seinem glamouröserem französischen Gegenstück meinte Kosslick jedoch, dass die Abwanderung nur Beweis der hohen Qualität seiner Festival-Filme sei.

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Symbolbild Film Festival roter Teppich

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