Berlin feiert Filmemacher Ernst Lubitsch | Filme | DW | 28.01.2018
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Film

Berlin feiert Filmemacher Ernst Lubitsch

Ernst Lubitsch zählt zu den wichtigsten deutschen Regisseuren der Vorkriegszeit. Er hatte viele Fans in Hollywood. Seine Komödien seien origineller und subversiver als aktuelle Filme, bescheinigen ihm Kritiker heute.

Ernst Lubitsch (1892-1947) ist kein Unbekannter. Er gehört zu den großen Gestalten der deutschen Filmgeschichte. Auch in Hollywood hat der Name Lubitsch heute noch einen ausgezeichneten Klang, gilt er doch als Vater der Screwball-Comedy und der subversiv leichten Unterhaltung. Einige seiner Filme wie "Trouble in Paradise" oder "Ninotschka" und natürlich "To Be or Not to Be" gehören zu den Klassikern der Filmgeschichte.

Als Darsteller und Stummfilmregisseur heute weniger bekannt

Trotzdem ist es den Veranstaltern der ersten internationalen Ernst-Lubitsch-Konferenz, die am Sonntag nach drei Tagen zu Ende geht, ein Anliegen, den Namen Lubitsch noch ein wenig bekannter zu machen: "Lubitschs herausragende Bedeutung für Hollywood ist unstrittig, sein Renommee als komischer Darsteller und Regisseur bereits in der Stummfilmära tritt dabei oft in den Hintergrund", so die Meinung der Konferenz-Veranstalter.

Flash-Galerie Filmstill Ninotschka (picture-alliance /)

Berühmter Lubitsch-Klassiker "Ninotschka" mit Greta Garbo, Melvyn Douglas und Ina Claire

Um das zu bekräftigen, haben elf Publizisten, Philosophen und Regisseure drei Tage lang diskutiert und Einblick gegeben in ihre Forschungen zu und über Ernst Lubitsch. Unter anderem waren der US-amerikanische Autor James Harvey, der slowenische Philosoph Slavoj Žižek und der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff im Berliner Kino Babylon zu Gast, um sich über den neben Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau bekanntesten deutschen Filmregisseur der Vorkriegszeit auszutauschen.

Lubitschs Komödien sind originell und subversiv

Lubitsch, so die Veranstalter der Konferenz, sei alles andere als angestaubt oder etwa nur noch für Filmhistoriker aktuell: "Deshalb dürfen Lubitschs Filme nicht in der Gruft der Geschichte oder in den dunklen Regalen der Museen und Archiven verschwinden." Im Unterschied zu vielen Stummfilmen und Filmen des klassischen Kinos sei sein Werk heute "genauso lebendig wie zur Zeit der Weltwirtschaftskrise, unter der prüden Selbstzensur des US-amerikanischen Hays Code oder während des Zweiten Weltkriegs", heißt es auf der Homepage der Veranstalter. "Es scheint sogar, dass seine Filme origineller in der Form und subversiver im Inhalt sind, als die meisten der heutigen Komödien."

Filmstill To Be or Not To Be von Ernst Lubitsch (1942) (picture-alliance/Everett Collection)

Robert Stack und Carole Lombard in Lubitschs Klassiker "To Be or Not To Be"

Unter Hollywoods großen Regisseuren war Billy Wilder ("Manche mögen's heiß") einer der leidenschaftlichsten Bewunderer des Deutschen. Wilder war es auch, der 1958 gemeinsam mit dem Club der Filmjournalisten Berlin den Ernst-Lubitsch-Preis aus der Taufe hob. Seit 60 Jahren wird der Preis inzwischen vergeben, für die "beste komödiantische Leistung" im laufenden deutschen Kinojahr - was natürlich immer die zurückliegenden zwölf Monate meint. Der Preis wird alljährlich Ende Januar vergeben, im Umfeld des Geburtstags des Regisseurs am 29. Januar.

Ein würdiger Preisträger: Charly Hübner

So ist es kein Zufall, dass auch die erste internationale Ernst-Lubitsch-Konferenz in diesen Tagen stattfindet. Mit dem Schauspieler Charly Hübner, der 2018 den Preis bekommt, hat der Club der Filmjournalisten Berlin in diesem Jahr eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Hübner, einer der fleißigsten und vielseitigsten deutschen Darsteller, bekommt die Auszeichnung für seine Rolle des Karl Schmidt in dem Film "Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt" von Arne Feldhusen.

Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau (picture-alliance/dpa/J. Büttner)

Hübner überzeugt auch in ernsten Rollen, hier bei Dreharbeiten mit seiner Polizeiruf 110-Partnerin Anneke Kim Sarnau

Der 1972 in Neustrelitz geborene Hübner hat sich in den vergangenen Jahren in der ersten Riege der deutschen Film- und Fernsehschauspieler etabliert. Er verfügt über großes komödiantisches Talent, ist in ernsten Rollen aber ebenso überzeugend. Dem deutschen TV-Publikum ist er seit Jahren als Kommissar Alexander Bukow im der Krimireihe "Polizeiruf 110" bekannt. Zu seinen besten Kinofilmen in jüngster Zeit gehören der Ruhrpottfilm "Junges Licht" von Adolf Winkelmann, der Film über den Schriftsteller Stefan Zweig "Vor der Morgenröte" von Maria Schrader und "Bornholmer Straße" von Christian Schwochow.

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