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DW-exklusiv

Berlin-Attentäter Anis Amri in Tunesien beerdigt

Um den Leichnam von Anis Amri hatte es bei den italienischen Behörden einen bizarren Streit gegeben. Nun nahm Amris Familie in seinem Heimatort Abschied von ihm, wie ein DW-Korrespondent berichtet.

Die Zeremonie fand nach Informationen des DW-Reporters Jaafar Abdul-Karim am Samstag in Amris Heimatstadt Waslatiya statt. Anwesend waren enge Familienmitglieder und die Nachbarschaft. Der Bruder, Mohammed Amri, sagte der DW: "Wir sind alle, vor allem meine Mutter, erleichtert, dass wir ihn endlich beerdigen konnten. Dafür mussten wir umgerechnet etwa 5000 Euro, die wir uns ausgeliehen haben, an die tunesischen Behörden zahlen."

Tunesien Beerdingung Anis Amri (DW)

Familienmitglieder und Nachbarn auf dem Weg zur Beerdigung

Ende Juni nach Tunesien überstellt 

Der Leichnam des Islamisten war nach langem Hin und Her Ende Juni nach Tunesien überstellt und in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Tunis aufbewahrt worden. Zuvor hatten sich die italienische Behörden einen bizarren Streit um die Leiche geliefert. Die Stadt Sesto San Giovanni, wo Amri vier Tage nach seiner Flucht am 23. Dezember erschossen worden war, weigert sich, die Rechnung für die Aufbewahrung des Leichnams zu zahlen.

Diese hatte sie nach Angaben des Bürgermeisters Roberto Di Stefano von der nahe gelegenen Stadt Mailand erhalten, wo Amri nach seinem Tod monatelang aufbewahrt wurde. Er sehe nicht ein, die 2160,18 Euro zu zahlen, sagte Di Stefano. Das Geld seiner Bürger werde "nie" für einen Terroristen benutzt.

Amri war am 19. Dezember mit einem Lastwagen über einen Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin gerast und hatte zwölf Menschen getötet, darunter auch eine Italienerin. Nach seiner Flucht durch Europa erschoss ein Polizist den Islamisten dann in Italien bei einer Routinekontrolle. 

Bürgermeister Di Stefano schickte nun eine Beschwerde unter anderem an den italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni. Das italienische Recht sieht vor, dass die Kosten für einen Leichnam, den niemand beansprucht, die Kommune übernimmt, in der die Person gestorben ist.

se/sti (Jaafar Abdul Karim, dpa)

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