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Eritrea

Berichte über viele Tote bei Gewalt in Eritreas Hauptstadt Asmara

Bei Protesten in Asmara starben einer Oppositionsgruppe zufolge 28 Menschen. Auslöser sei der Streit über die Leitung einer muslimischen Schule gewesen. Die Regierung des abgeschotteten Landes spielt den Fall herunter.

Eingang zu einer Schule in Eritreas Hauptstadt Asmara (Foto: Getty Images/P.Martell)

Eingang zu einer Schule in Eritreas Hauptstadt Asmara

Rund 100 Menschen hätten Verletzungen erlitten, teilte Nasredin Ali, ein Sprecher der in Äthiopien angesiedelten Vereinigung Rotes Meer Afar Demokratische Organisation (RSADO), weiter mit. Eritreas Informationsminister, Yemane Meskel, erklärte dagegen auf Twitter, es habe lediglich eine kleine Demonstration in der Hauptstadt Asmara ohne Opfer gegeben. Die US-Botschaft in Asmara sprach von Berichten über Schüsse in mehreren Stadtteilen wegen Protesten.

Die Regierung Eritreas wollte Ali zufolge die Leitung über eine muslimische Schule übernehmen. Die Gemeinde habe sich aber geweigert, woraufhin mehrere Menschen festgenommen worden seien. Daraufhin sei es am Montag und Dienstag zu Protesten gekommen.

Berichte über Demonstrationen in Eritrea sind äußerst selten. Auch sonst dringt Kritik an der Regierung von Präsident Isayas Afewerki, der seit der Unabhängigkeit von Äthiopien 1993 regiert, in dem abgeschotteten ostafrikanischen Land nur selten nach außen. Menschenrechtler und die Vereinten Nationen werfen Afewerki eine repressive Herrschaft und systematische Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

Eritreas Präsident Isayas Afewerki (Foto: picture-alliance/dpa)

Isayas Afewerki. der autoritäre Herrscher Eritreas

In eritreischen Gefängnissen sollen Amnesty International zufolge tausende politische Gefangene sitzen. Tausende Eritreer wiederum treten jährlich die gefährliche Flucht in Nachbarländer oder nach Europa an. Viele versuchen so, dem staatlichen Zwangsdienst zu entkommen. Dieser kann nach Berichten von Flüchtlingen bis zu 20 Jahre dauern.

In Eritrea gibt es weder eine wirkliche Oppositionspartei noch eine freie Presse, das Land steht auf dem Pressefreiheits-Index von Reporter ohne Grenzen mit 180 Ländern an vorletzter Stelle.

sti/kle (ap, dpa, epd, rtr)

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