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Aktuell Nahost

Berichte über Massaker an syrischen Frauen und Kindern

In der syrischen Rebellenhochburg Homs sollen etwa 50 Frauen und Kinder bei einem Massaker getötet worden sein. Bewaffnete Milizen von Präsident Baschar al-Assad sollen für das Blutbad am Sonntag verantwortlich sein.

"Die Leichen von mindestens 26 Kindern und 21 Frauen sind in den Vierteln Karm al-Seitun und Al-Adawije gefunden worden, einige mit durchschnittener Kehle, andere erstochen", sagte Hadi Abdallah, Mitglied der Generalkommission der syrischen Revolution. Hunderte Familien hätten aus Angst vor weiteren Massakern die Stadt Homs verlassen. Sowohl staatliche Medien als auch Oppositionelle bestätigen, dass es das Massaker gegeben habe. Während allerdings die Opposition das Blutbad als Auftrag der Regierung begreift, wirft das Staatsfernsehen bewaffneten terroristischen Banden vor, Bewohner aus Homs verschleppt, getötet und gefilmt zu haben, um die internationale Staatengemeinschaft zum Eingreifen zu bewegen.

Syrische Oppositionelle rufen nach internationaler Hilfe

UN-Sicherheitsrat tagt zu Syrien (AP)

Der UN-Sicherheitsrat strebt weiter eine Syrienresolution an

Die Taten seien unter dem Schutz regulärer Soldaten verübt worden. "Wenn die internationale Gemeinschaft schweigt, können künftig noch weitere Massaker geschehen", mahnte Abdallah und forderte Militärschläge gegen das Regime und die Bewaffnung der Freien Syrischen Armee. Der Syrische Nationalrat forderte die Vereinten Nationen und die Arabische Liga auf, eine Sicherheitszone in und um die Rebellenhochburg Homs einzurichten. Machthaber Baschar al-Assad geht seit einem Jahr mit massiver Gewalt gegen die Opposition vor. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bisher mehr als 7500 Zivilisten getötet.

Russland liefert Hilfsgüter nach Damaskus

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Westerwelle: Das syrische Regime erodiert

Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte als Sondergesandte der Arabischen Liga und der Vereinten Nationen am Wochenende mit Präsident Assad über ein Ende der Gewalt verhandelt. Zunächst hatte es keine Ergebnisse gegeben. Nun meldet der syrische Botschafter in Moskau, Riad Chadad, Damaskus stimme einem von Russland und der Arabischen Liga erstellten Friedensplan zu, den Annan in Damaskus überreicht hatte. Der Vorschlag sieht unter anderem ein Ende der Gewalt auf beiden Seiten vor und lässt humanitäre Hilfe zu. Die Einmischung Dritter in den Konflikt schließt der Vorschlag aus. Die UN-Vetomacht Russland ist einer der wichtigsten Partner Syriens und hat bislang zwei Resolutionen im Weltsicherheitsrat gegen Assads Regime verhindert. Am Montag kündigte Moskau an, knapp 80 Tonnen Hilfsgüter wie Zelte und Kindernahrung nach Damaskus zu fliegen.

Inzwischen verkündete der syrische Botschafter in Moskau, das Regime werde den Kampf gegen die bewaffneten Gruppen "bis zum Endsieg“ fortsetzen. Die Gewalt hört nicht auf: Um neun Uhr morgens explodierte am Montag eine Autobombe vor einer Mädchenschule in der syrischen Stadt Deraa, wie ein Vertreter der Opposition der Nachrichtenagentur Reuters meldete. Ein Mädchen wurde getötet, 25 weitere Menschen wurden verletzt. Zuvor hätten die Schülerinnen wiederholt gegen Präsident Baschar al-Assad demonstriert. Weitere 24 Zivilisten sollen nach Angaben der Opposition getötet worden sein, als sie versuchten, die Stadt Idlib zu verlassen.

nem/pg (afp, rtr, dpa)

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