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Meilensteine

Bericht von der Bundestagsdebatte über die Ratifizierung des deutsch-französischen Vertrags

Ohne Kündigungsklausel - der deutsch-französische Freundschaftsvertrag vom 22. Januar 1963

Der deutsch-französische Vertrag ist unterschrieben - Bundeskanzler Konrad Adenauer (links) und Staatspraesident Charles de Gaulle, umarmen sich am 22. Januar 1963 nach der Unterzeichnung

Der deutsch-französische Vertrag ist unterschrieben - Bundeskanzler Konrad Adenauer (links) und Staatspraesident Charles de Gaulle, umarmen sich am 22. Januar 1963 nach der Unterzeichnung

"Mit den Franzosen gut Freund zu sein, wie mit allen anderen freundwilligen Staaten, ist sicher ein würdiges Ziel. Aber sich von ihnen Stärke und Stärkung zu erhoffen, wäre denn doch wohl eine verzweifelte Idee" - liest man im Kommentar des "Spiegel" vom 30.3.1950. Gemeint ist hier der Vorschlag des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer im März 1950 zur Bildung einer politischen Union zwischen Deutschland und Frankreich. Im Mai des gleichen Jahres erklärte wiederum der französische Außenminister Robert Schuman, dass es an der Zeit sei, die berühmt-berüchtigte deutsch-französische Erbfeindschaft zu beenden.

Eine Männerfreundschaft erwächst

Die ersten Schritte in Richtung einer Annäherung beider Staaten waren nun getan. Es folgten Jahre diplomatischen Treibens und gegenseitiger Bemühungen. Vor allem de Gaulle und Adenauer lernten sich endlich persönlich kennen. Auf Einladung des französischen Staatschefs trafen sich beide Politiker am 14. September 1958 in Colombey-les-deux-Églises, im privaten Landhaus des Generals. Bei dieser ersten Begegnung soll Konrad Adenauer als ersten Satz gesagt haben: "Ihr Widerstand, Herr General, hat Europa gerettet." Die Antwort des sichtlich gerührten de Gaulle: "Man soll es eigentlich nicht laut sagen, aber das Volk, das ich am meisten bewundere, ist das deutsche" - der Beginn einer Politikerfreundschaft, die auch von gegenseitiger persönlicher Zuneigung herrührte.

Charles de Gaulle in Deutschland. Der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer (am Mikrofon) steht mit seinem Gast, dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle (links daneben) vor der Villa Hammerschmidt in Bonn (September 1962)

Charles de Gaulle in Deutschland. Der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer (am Mikrofon) steht mit seinem Gast, dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle (links daneben) vor der Villa Hammerschmidt in Bonn (September 1962)

Die ersten offiziellen Staatsbesuche und der Vertrag

Der erste offizielle Staatsbesuch Adenauers in Frankreich im Juli 1962 und der Gegenbesuch de Gaulles in Deutschland im September des gleichen Jahres markieren den Höhepunkt der Versöhnungsbemühungen. Etwa vier Monate später war es nun so weit: am 22. Januar 1963 unterzeichneten der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und General de Gaulle in Paris den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, in dem die politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit beider Länder vereinbart wurde. "Deutsch-französische Zusammenarbeit für alle Zeit" - so betitelte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ihren Berichtsartikel am 24.1.1963. Dieser Schulterschluss der beiden Nachbarländer blieb jedoch sowohl in Deutschland wie auch auf dem übrigen Politparkett nicht unumstritten. Zum einen war darauf zu achten, die deutsch-amerikanische Partnerschaft und die NATO-Strukturen nicht zu gefährden, und für Adenauer galt es auch, die Zustimmung des Deutschen Bundestages zu diesem Vertrag zu erhalten.

In seiner Sitzung im April 1963 debattierte der Deutsche Bundestag über die Ratifizierung des Eliséevertrags. DW-Redakteur Heinz Lubbers berichtet von dieser Sitzung.

Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

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