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Aktuell Nahost

Bericht: Traumatische Lebensbedingungen für Kinder in Syrien

Rund 250.000 Kinder in Syrien leiden unter traumatischen Lebensbedingungen, beklagt die Hilfsorganisation Save the Children. Ihnen fehlt der Zugang zu Nahrungsmitteln und Medikamenten.

Vor dem fünften Jahrestag des Beginns des syrischen Bürgerkriegs hat die Hilfsorganisation Save the Children das Leid von Kindern in belagerten Gebieten des Landes beklagt. Rund eine Viertelmillion Kinder leiden dort demnach unter Hunger. Diese Kinder hätten auch so gut wie keinen Zugang zu Medikamenten sowie potenziell anhaltende psychologische Probleme, heißt es in dem in New York veröffentlichten Bericht.

"Die Kinder wachsen in einer Art Kriegskultur auf und es ist schwer einzuschätzen, was das für Langzeiteffekte auf sie haben wird", sagte Sonia Khush, die für das Bürgerkriegsland zuständige Regionaldirektorin der Organisation.

Leben in der Hölle

Luftangriffe stellten "den größten Schrecken dar, denen die Familien in den belagerten Gebieten Syriens ausgeliefert sind", erklärte die Organisation. Dabei kämen häufig auch Fassbomben zu Einsatz. Eltern bezeugten nicht nur die traumatisierenden Auswirkungen der Angriffe auf Kinder. "Zahlreiche Kinder sind bereits an Hunger gestorben, andere ernähren sich einmal täglich von gekochten Blättern oder von Tierfutter", erklärte Save the Children.

Ärzte müssten bei Kerzenlicht operieren, es stünden immer weniger Medikamente zur Verfügung, "Babys und Kleinkinder sterben", hieß es weiter. Scharfschützen drohten mit Erschießungen, die belagerten Gebiete seien "Gefängnisse unter freiem Himmel".

Forderung nach humanitärer Hilfe

Für den Bericht wurden demnach mehr als 126 Mütter, Väter und Kinder befragt, die unter Belagerung leben. Save the Children forderte, dringend alle Belagerungen aufzuheben und unverzüglich dauerhaften Zugang für humanitäre Hilfe in allen betroffenen Gegenden zuzulassen.

Der Konflikt in Syrien hatte Mitte März 2011 mit zunächst friedlichen Protesten gegen Staatschef Baschar al-Assad begonnen. Er weitete sich zu einem Bürgerkrieg aus, in dem nach Schätzungen der Vereinten Nationen bereits mehr als 260.000 Menschen getötet wurden. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht. Derzeit gilt eine Waffenruhe, die aber brüchig ist. Für die kommenden Tage sind Friedensgespräche in Genf geplant.

cr/sti (dpa, afp)