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Politik

Bericht: Obama kürzt Zahlungen an Manager

Die US-Regierung hatte es bereits angedeutet, jetzt wird es ernst: Nach Medienberichten will Präsident Barack Obama die hohen Gehälter und Boni-Zahlungen für 175 Spitzenmanager angeschlagener Unternehmen radikal kürzen.

Präsident Obama (Foto: AP)

Präsident Obama geht gegen überzogene Einkommen von Managern angeschlagener Konzerne vor

US-Präsident Barack Obama will Medienberichten vom Mittwoch (21.10.2009) zufolge die Einkünfte hoch dotierter Manager um bis zu 90 Prozent kürzen, wenn deren Unternehmen staatliche Unterstützung erhalten haben. Insgesamt würden die Gehälter für die 25 am besten bezahlten Angestellten der sieben Konzerne mit den höchsten Zuschüssen um rund die Hälfte gestrichen, hieß es unter Berufung auf informierte Kreise aus der US-Regierung. Danach will das Finanzministerium in Washington die Entscheidung in den kommenden Tagen offiziell bekannt geben. Der Sonderbeauftragte der Regierung zur Überprüfung der Managergehälter, Kenneth Feinberg, hatte am Dienstag gesagt, er stecke in der Endphase seiner Untersuchung.

Sieben Unternehmen betroffen

Ein Mann telefoniert mit einem Handy vor dem Citibank-Unternehmenssitz in New York (Foto: AP)

Schlechte Nachrichten für Spitzenmanager angeschlagener US-Unternehmen

Nach den bisherigen Informationen sollen folgende Konzerne betroffen sein: das Versicherungsunternehmen American International Group (AIG), die Finanzinstitute Citigroup und Bank of America sowie General Motors, Chrysler Group LLC, Chrysler Financial und GMAC. Die Unternehmen sollen von der Regierung auch zu internen Veränderungen ihrer Struktur gedrängt werden. Zusätzlich zu den Boni-Kürzungen plant die US-Regierung, dass Manager zumindest Teile ihrer Bezüge in zunächst nicht verkäuflichen Aktien bekommen.

Der US-Generalinspektor für das Bankenrettungspaket, Neil Barofsky, hatte die Regierung Obamas wegen zahlreicher Managementfehler scharf kritisiert. Der Mangel an Transparenz habe die Glaubwürdigkeit der Regierung im Umgang mit den milliardenschweren Rettungspaketen des Staates für die Privatbanken unterminiert, heißt es in einem Bericht, der am Mittwoch in Washington veröffentlicht wurde. Vor allem hätten die Banken den Eindruck gewinnen können, dass der Staat bei künftigen Krisen wieder mit Steuergeldern helfen würde. Barofsky betonte aber, dass die 700 Milliarden Dollar an Staatshilfen den Finanzsektor vor dem Zusammenbruch bewahrt hätten. Die Banken könnten sich aufgrund der bisherigen Regierungspolitik jedoch ermutigt fühlen, weiter zu wachsen, um "zu groß für ein Scheitern zu sein".

Unterstützung für die Kürzungen

Demonstrant vor Hochhäusern in Chicago, Plakat: WORKER’S VOICE TO STOP CEO EXPLOITS /etwa: 'Arbeiter fordern Stopp der Ausbeutung der Firma durch Chefs' (Foto:AP)

März 2009: Protest gegen Bonuszahlungen bei AIG

Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi begrüßte die bekannt gewordenen Maßnahmen zur drastischen Kürzung der Managementbezüge. Das amerikanische Volk sei zu Recht empört über Berichte, dass gerettete Unternehmen ihre Spitzenmanager "wieder mit enormen Millionen-Boni belohnen". Notwendig sei nun die rasche Verabschiedung von Gesetzen, die die Mitsprache-Rechte der Firmen-Anteilseigner bei den Bonuszahlungen stärkten und mehr Transparenz in diesem Bereich garantierten.

Hohe Jahresgehälter und bereits wieder üppige Bonus-Zahlungen an Manager gerade geretteter Unternehmen haben in den USA für Proteste gesorgt. Die US-Regierung kann daher bei Gehaltskürzungen mit großer Zustimmung rechnen.

Autor: Herbert Peckmann (dpa, rtr, ap)

Redaktion: Michael Wehling

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