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Aktuell Asien

Bergsteigsaison am Mount Everest droht wegen Sherpa-Streik das Ende

Die Bergsteigsaison am Mount Everest scheint vorbei. Mehrere Expeditionsausrichter sagten ihre Touren ab, zahlreiche Bergführer wollen absteigen. Die nepalesische Regierung will den Streik noch abwenden.

Viele der Sherpas haben bereits ihre Zelte im Basislager abgebrochen und sind abgestiegen. Sie wollen damit ihren 16 Kameraden Respekt erweisen, die am vergangenen Freitag beim bisher schlimmsten Lawinenunglück an dem Berg ums Leben kamen. Bisher konnten 13 Leichen geborgen werden, drei Sherpas werden noch vermisst.

"Es ist für viele von und unmöglich, weiter zu klettern, während drei unserer Freunde im Schnee begraben liegen", sagte einer der Bergführer. "Ich kann mir nicht vorstellen, über sie hinweg zu steigen."

Sherpas fordern bessere Absicherung

Die Sherpas sind zudem verärgert, weil die Regierung in Kathmandu ihre Forderungen nach besserer Absicherung in solchen Unglücksfällen nicht erfüllt hat. Sie hatte zwar die Einrichtung eines Hilfsfonds für verunglückte Sherpas zugesagt. In diesen sollten fünf Prozent der Gewinne aus den Einnahmen am Everest fließen. Die Sherpas fordern 30 Prozent. Für jeden getöteten Sherpa sollen künftig umgerechnet 15.620 Dollar gezahlt werden, die Bergführer verlangen knapp 21.000 Dollar.

Der Amerikaner Ed Marzec, dessen US-Expedition bei dem Unglück drei Bergführer verlor, sagte seine Tour ab. Auch der US-Ausrichter Alpine Ascents und Adventure Consultants aus Neuseeland beschlossen, ihre Expeditionen in diesem Jahr ausfallen zu lassen.

Verlust für Land und Bergsteiger

Mehrere kleine Ausrichter hoffen jedoch, ihren Aufstieg fortsetzen zu können. Sie setzen darauf, dass nicht alle der rund 400 Sherpas an dem Boykott teilnehmen. Die meisten von ihnen bestreiten mit den Expeditionen ihren Lebensunterhalt.

Zu einem Desaster würde der Streik für die nepalesische Regierung werden. Für sie sind die großen Expeditionen eine der wichtigsten Einnahmequellen. Das Land machte im vergangenen Jahr allein aus den Gebühren für den Bergtourismus einen Gewinn von 3,9 Millionen Dollar.

In diesem Jahr hatte die Behörden 734 Lizenzen vergeben, darunter 400 für Bergführer. Jeder der Bergtouristen hatte dafür mindestens 75.000 Dollar auf den Tisch gelegt, Geld, dass er im Falle eines Streiks zum größten Teil wird abschreiben müssen.

Nepal - Trauer um die verstorbenen Bergführer (Foto: Getty Images)

Sie beten für die getöteten Bergführer

Ohne Sherpas geht nichts

Deshalb will die Regierung alles tun, um den Streik der Sherpas noch abzuwenden. Der Tourismusminister und Vertreter von Bergsteigergruppen würden am Donnerstag ins Basislager fliegen, um die Bergführer umzustimmen, sagte Dambar Parajuli, der Präsident des Verbandes der Tourenexpeditionen in Kathmandu.

Ohne die Unterstützung der Sherpas ist ein Aufstieg auf den 8848 Meter hohen Everest kaum möglich. Sie richten Pfade her, tragen Gepäck, richten Camps ein und kochen. Seit der Erstbesteigung des höchsten Berges der Welt im Jahr 1953 kamen mehr als 300 Menschen bei Expeditionen ums Leben, die meisten von ihnen waren Sherpas.

gmf/se (afp, ap, dpa)

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