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Wirtschaft

Berggruen steigt bei Karstadt aus

Der österreichische Immobilien-Entwickler René Benko übernimmt die angeschlagene Karstadt-Kette komplett. Der bisherige Eigner Nicolas Berggruen zieht sich vollständig zurück.

Nun ist also amtlich, was Insider schon am Vorabend berichteten: Die österreichische Signa-Gruppe des Tiroler Immobilien-Investors René Benko übernimmt die 83 verbliebenen Warenhäuser vom bisherigen Eigner Nicolas Berggruen vollständig. "Im Zuge der Ausübung einer zwischen den Parteien vereinbarten Call Option überträgt die Berggruen Holdings sämtliche Anteile an der Karstadt Warenhaus GmbH sowie der verbliebenen Anteile an den Geschäftsbereichen Karstadt Premium Group und Karstadt Sports an Signa", heißt es in einer Pressemitteilung der österreichischen Unternehmensgruppe. "Der Kaufpreis beträgt ein Euro."

Signa-Geschäftsführer Wolfram Keil erklärte, wichtigstes Ziel "angesichts der aktuellen Lage" sei nun, "dass Ruhe einkehrt und die nächsten Schritte einer tragfähigen Sanierungsstrategie" verabschiedet und umgesetzt würden. Berggruen hatte Karstadt 2010 nach der Pleite des Arcandor-Konzerns übernommen. Nach seinem Einstieg zeigte er sich hart in der Gangart: Im Sommer 2012 kündigte Karstadt den Abbau von rund 2000 Stellen an. Im Frühjahr 2013 stieg die Warenhauskette mit ihren rund 20.000 Mitarbeitern aus den regionalen Tarifverträgen für den Einzelhandel aus. Arbeitnehmervertreter kritisierten mehrfach, Berggruen investiere zu wenig in die Modernisierung seines Unternehmens.

Weg frei für Neuanfang

"Mit der Übertragung der Anteile zieht sich die Berggruen vollständig von seinem Engagement bei Karstadt zurück", heißt es in der Pressemitteilung. "Dies gilt für das operative Geschäft sowie die Immobilien, auch die Aufsichtsratsmandate werden zum nächstmöglichen Zeitpunkt niedergelegt."

Berggruen selbst erklärte: "Wir haben Karstadt im Jahr 2010 aus der Insolvenz geführt und konnten den Fortbestand des Unternehmens ohne massive Einschnitte bei der Belegschaft bis 2012 gewährleisten. Bis heute wurde kein einziger Standort geschlossen. Viele - allen voran die Mitarbeiter - haben ihr Möglichstes getan, um Karstadt wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Für diesen Einsatz bin ich allen sehr dankbar. Aber trotz unserer Bemühungen schreibt Karstadt noch keine schwarzen Zahlen. Wir machen daher den Weg frei für einen Neuanfang." Die Signa- Gruppe habe bislang rund 200 Millionen Euro in Karstadt investiert und damit ein "klares Bekenntnis zur Zukunft des Unternehmens abgelegt".

Wen/re (rtrd, dpa, afpd)

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