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Aktuell Asien

Bereit für Frieden?

Thailand und die muslimischen Rebellen im Süden kommen sich näher: Im Nachbarland Malaysia unterzeichneten die Konfliktparteien eine Vereinbarung, wonach sie Friedensgespräche führen wollen.

Paradorn Pattanathabutr, Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats von Thailand, und Hassan Taib, ein ranghoher Vertreter der in Malaysia ansässigen Nationalen Revolutionären Front, versichern mit ihrer Unterschrift, dass sie bereit sind, Friedensgespräche aufzunehmen. "Wir werden unser Bestes tun, das Problem zu lösen. Wir werden unseren Leuten klar machen, dass wir dafür zusammenarbeiten müssen", unterstrich Taib in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias.

"Das Problem" sind Spannungen, Konflikte und Aufstände zwischen Buddhisten und der muslimischen Mehrheit im Süden des Landes. Diese dauern seit rund zehn Jahren an und forderten bereits mehr als 5000 Todesopfer. Die Muslime, die aus Malaysia stammen und in Südthailand leben, wehren sich mit Gewalt gegen die buddhistische Vorherrschaft.

Thailändische muslimische Mädchen schauen durch ein Gitter, nachdem ihre Schule bei einem Anschlag zerstört wurde (Foto: ap)

Die Schule dieser Mädchen wurde bei einem Annschlag muslimischer Separtisten im August 2012 zerstört

Bei der Vermittlung zwischen der Regierung in Thailand und den Rebellen hat Malaysia offenbar eine tragende Rolle gespielt. Die Vereinbarung zu den Friedensverhandlungen haben die Parteien nur wenige Stunden vor einem Malaysiabesuch der thailändischen Premierministerin Yingluck Shinawatra unterzeichnet.

Wie wirkungsvoll sind die Friedensabsichten?

Experten sind sich uneins darüber, wie wirkungsvoll die unterzeichnete Vereinbarung sein wird: Einerseits ebnet das Abkommen den Weg für die ersten formalen Friedensverhandlungen überhaupt mit den Rebellen, weswegen ein Vertreter einer Sicherheitsfirma mit Sitz in Thailand die aktuellen Fortschritte für einen "Meilenstein" hält.

Andererseits bleiben trotz der Abmachung viele Fragen offen: Zum Beispiel ist unklar, wann verhandelt werden soll. Überhaupt wurden keine Details aus dem Papier öffentlich gemacht. Marc Askew, Südthailandexperte an der Universität in Melbourne, ist kritisch, weil die Rebellengruppen ihrerseits zersplittert seien und der Vertrag mit einem "selbsternannten Vertreter" der muslimischen Rebellen kaum dazu führen werde, die radikalen, militanten Gruppierungen unter Kontrolle zu bringen.

nem/kle (ap, afp, rtr)