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Deutschlandtour

Berchtesgaden - Durch die wilde Almbachklamm

Eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten im Berchtesgadener Land ist die Almbachklamm, durch die eine wildromantische Wanderroute führt. Zu verdanken ist dies einem Major - und reichlich Dynamit.

Wasserfall im Almbachklamm bei Marktschellenberg im Berchtesgadener Land

Wasserfall in der Almbachklamm

Tosend stürzt sich der Gebirgsbach über zahlreiche Wasserfälle in die Tiefe. Eine drei Kilometer lange Felsenschlucht, durch die sich der Almbach seinen Weg nach unten bahnt. Nach der letzten Eiszeit, vor circa 15.000 Jahren schnitt das Schmelzwasser der Gletscher die Schlucht in den Untersberg bei Berchtesgarden. Für seltene Pflanzen und Tiere wie Alpenveilchen und Feuersalamander entstand ein vielfältiger Lebensraum - und für den Besucher ein grandioses Naturschauspiel.

Eine Gedenktafel erinnert an das Königlich-Bayerische Pionierregiment, das 1894 den Wanderweg durch die Almbachklamm im Berchtesgadener Land anlegte (Foto: dpa)

An die königlich-bayerischen Pioniere wird in der Klamm erinnert

Einige Portionen Dynamit

Dass die Klamm begehbar ist, verdanken die Wanderer einem gewissen Adalbert Neischl, Major beim "Königlich-Bayerischen Pionierregiment" in Ingolstadt. 1894 ließ er 200 Soldaten, im Rahmen einer Übung, einen drei Kilometer langen Wanderweg durch die Almbachklamm anlegen - mit 29 Brücken, 320 Treppen und sogar einem Tunnel. Hunderte von Bäumen mussten gefällt werden, es brauchte einige Portionen Dynamit - und natürlich bajuwarische Manneskraft. Fünf Wochen dauerte es, bis das Ganze erledigt und das Berchtesgadener Land um eine Attraktion reicher war.

Baumstamm liegt quer im Wasser in der Klamm (Foto. Heger)

Früher wurden hier Baumstämme ins Tal getriftet

Zwar gibt es heute keine Holzarbeiter mehr, die bis in die 1960er Jahre spektakulär und gefährlich Baumstämme durch die Klamm talwärts triften ließen. Aber die Almbachklamm hat noch ein einzigartige Sehenswürdigkeit der Handwerkskunst: Am unteren Ende der Schlucht steht Deutschlands letzte Kugelmühle. Es gab davon mal an die hundert im Berchtesgadener Land. Mit der Wasserkraft des Almbachs werden hier seit 1683 aus Marmorbrocken Kugeln geschliffen. Einst waren diese Marmorkugeln nicht nur ein beliebtes Spielzeug, sondern auch ein Wirtschaftsprodukt: Sie wurden zum Beispiel als Ballast zum Trimmen von Schiffen genutzt. Jetzt sind es nur noch wunderbar gemaserte Souvenirs.

Die letzte von einstmals 40 Kugelmühlen am Almbach und zugleich Deutschlands letzte. Kugelmühle in der Almbachklamm

Kugelmühle in der Almbachklamm

Die Klamm ist von April bis November für Besucher geöffnet. Und die können wählen, von der ein- bis zur dreistündigen Route. Besonders zu empfehlen: Durch die Schlucht bis zur Wallfahrtskirche Ettenberg wandern. Dort die barocken Fresken bewundern und danach eine Brotzeit einnehmen, im Gasthof direkt nebenan.

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