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Asien

Bequeme Bleibe für Bin Laden & Co.?

Jahrelang galt er als untergetauchtes Phantom, teilweise wurde bereits spekuliert, er sei tot: El-Kaida-Chef Osama bin Laden. Doch nach Angaben eines NATO-Vertreters lebt er - und zwar relativ komfortabel in Pakistan.

Osama bin Laden (Foto: AP)

Haus statt Höhle? El-Kaida-Chef Osama bin Laden

Der US-Nachrichtensender CNN hat neue Spekulationen um Osama bin Laden entfacht. Der weltweit gesuchte Chef des Terrornetzwerkes El-Kaida sei weder tot noch verschwunden. Und schon gar nicht lebe er in einem Tunnelsystem tief unter dem Hindukusch. Das zumindest habe ein nicht näher genannter hochrangiger NATO-Vertreter dem US-Sender erzählt. "Niemand von El-Kaida wohnt in einer Höhle", wurde der NATO-Angehörige von CNN zitiert. Bin Laden und sein Stellvertreter Aiman al Sawahiri sollen stattdessen in einem Ort in Nordwest-Pakistan leben, der der NATO bekannt sei. Bin Laden und Al Sawahiri halten sich laut CNN an getrennten Orten auf, die allerdings nicht weit voneinander entfernt liegen. Sie sollen in zwei Häusern wohnen und den Umständen entsprechend "relativ viel Komfort" genießen. Bin Laden soll unter dem Schutz der örtlichen Bevölkerung und einiger Vertreter des pakistanischen Geheimdienstes stehen, zitierte CNN den NATO-Vertreter weiter.

Dementi aus Islamabad

Bin Laden und Al Sawahiri (Foto: AP)

Bin Laden und Al Sawahiri sollen beide unbehelligt in Nordwestpakistan leben

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren spekuliert, Bin Laden könne sich im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan verstecken. Und immer wieder dementierte die pakistanische Regierung, dass sich der Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 im Land aufhalte. "Geschichten wie diese tauchen immer wieder auf", beschwichtigte Pakistans Vize-Informationsminister Samsam Bokhari: Sollte die NATO aber tatsächlich Erkenntnisse über Bin Ladens oder Al Sawahiris genauen Aufenthaltsort haben, dann sollte sie diese Informationen mit Pakistan teilen. Dann werde man auch gegen die El-Kaida-Köpfe vorgehen.

Kleiner Aktionsradius

Bombardement (Foto: AP)

Mit massiven Bombardements wollen die USA Bin Laden 2001 aus Tora Bora vertrieben haben

Bin Laden ist seit rund neun Jahren untergetaucht. Zuletzt hatte er in diesem Sommer, nach der Flutkatastrophe in Pakistan, eine Audiobotschaft verfasst. Den Angaben des von CNN zitierten NATO-Vertreters zufolge soll er sich in den vergangenen Jahren nur in den unwegsamsten Regionen Pakistans aufgehalten haben. Demnach pendelte er auf einer Fläche von einigen hundert Quadratkilometern zwischen der Bergregion Chitral unweit der Grenze zu China und dem Kurram-Tal hin- und her, das an die afghanische Region Tora Bora angrenzt. Tora Bora war während des US-geführten Einmarschs in Afghanistan vor neun Jahren ein Rückzugsort der radikalislamischen Taliban. Dort soll sich auch Bin Laden aufgehalten haben, bevor er angeblich Ende 2001 floh. Die USA haben auf den Terrorchef ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar (umgerechnet rund 18 Millionen Euro) ausgesetzt.

Auch Mullah Omar geortet?

Mullah Omar (Foto: AP)

Taliban-Führer Mullah Omar lässt sich nur selten fotografieren

CNN-Angaben zufolge soll die NATO auch Taliban-Chef Mullah Omar lokalisiert haben. Er soll in den vergangenen Monaten zwischen den pakistanischen Städten Quetta im Nordwesten und Karatschi im Süden gelebt haben. Der NATO-Vertreter wollte dem Bericht zufolge nicht sagen, wie die NATO an die Informationen gelangt sei. Er habe aber Zugang zu "einigen der sensibelsten Informationen des NATO-Bündnisses". Der NATO-Vertreter zeichnete CNN zufolge ein düsteres Bild vom Kampf gegen islamistische Kämpfer. "Von Jahr zu Jahr", soll er dem Sender gesagt haben, "kann der Aufstand mehr und mehr Personal hervorbringen."

Autor: Thomas Latschan (afp, ap, dpa)
Redaktion: Esther Broders

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