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Aktuell Afrika

Benzinpreis-Schock in Ägypten

Um das Haushaltsdefizit zu senken, hat die ägyptische Regierung die Preise an den Tankstellen drastisch erhöht. Die massive Preiserhöhung dürfte zur ersten großen Bewährungsprobe für den neuen Präsidenten Al-Sisi werden.

Am Freitag kostete ein Liter Benzin noch 1,85 Ägyptische Pfund, seit diesem Samstag sind es 2,60 Pfund (0,27 Euro), wie die staatliche Nachrichtenagentur Mena berichtet. Der Diesel-Preis kletterte über Nacht von 1,10 auf 1,80 Pfund (0,19 Euro) pro Liter.

Die Preiserhöhung gehört zu einem Maßnahmenpaket, mit dem Ägyptens Führung das Haushaltsdefizit auf rund zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) drücken möchte. Bislang liegt es bei zwölf Prozent.

Al-Sisi verlangt Opferbereitschaft

Die Regierung von Abdel Fattah al-Sisi, der im Mai zum Staatspräsidenten gewählt wurde, hatte angekündigt, die hohen Subventionen für Kraftstoffe zu kappen. Fast ein Drittel der Ausgaben des ägyptischen Haushaltes fließen in Subventionen für Kraftstoffe und Grundnahrungsmittel. Regierungschef Ibrahim Mehleb versicherte allerdings, Nahrungsmittel-Subventionen sollten nicht gekürzt werden. Rund 34 Millionen der insgesamt gut 80 Millionen Ägypter leben an der Armutsgrenze.

Die Benzinpreis-Erhöhung gilt als Test für die Popularität Al-Sisis, der seine Landsleute zu Sparsamkeit und Opferbereitschaft aufruft, um die seit Jahren andauernde Wirtschaftsmisere zu überwinden. Die Regierungspläne sehen auch vor, eine Steuer auf Kapitaleinkünfte zu erheben und die Strompreise über die nächsten fünf Jahre zu erhöhen. Seit dem Sturz des langjährigen Staatschefs Husni Mubarak im Zuge des "Arabischen Frühlings" Anfang 2011 befindet sich Ägypten in einer Dauerkrise.

wa/qu (afp, dpa)

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