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Aktuell Welt

Benedikt XVI. fordert ein Ende der Gewalt in Mexiko

Mit einem eindringlichen Appell zur Beendigung der Gewalt ist der Mexiko-Besuch von Benedikt XVI. zu Ende gegangen. Mit Hunderttausenden Gläubigen feierte der Papst eine Messe in León.

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Jubel für den Papst in Mexiko (Foto: Reuters)

Die Antwort auf Armut, Korruption und Drogenkriege sei eine brüderliche Gesellschaft, betonte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Er bete um Trost, Stärke und Hoffnung für die Leidenden, sagte Benedikt und wandte sich gegen "nutzlose Racheakte und jeden spaltenden Hass". Zugleich appellierte der Papst an die Katholiken, Glaubensmüdigkeit zu überwinden und die Freude am Christsein wiederzuentdecken. Menschliche Strategien reichten für die Erlösung nicht aus. Nur Gott könne helfen, Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität unter den Menschen zu fördern.

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Mexiko: Hunderttausende jubeln dem Papst zu

Der Gottesdienst im Parque del Bicentenario, einem Ausstellungsgelände nahe der Stadt Leon, war die größte Veranstaltung des Papstbesuchs in Mexiko. Örtliche Medien sprachen von einer halben Million Teilnehmern. Zusammen mit dem Papst zelebrierten 250 Kardinäle und Bischöfe aus ganz Lateinamerika die Messe. Vor deren Beginn hatte der 84-jährige Papst im Hubschrauber die Christus-Statue auf dem 2.700 Meter hohen Cerro Cubilete bei Leon umrundet. Die 22 Meter hohe Bronzeplastik ist der geografische Mittelpunkt Mexikos und zugleich Wahrzeichen der katholischen Identität des Landes. Mit mehr als 100 Millionen Katholiken ist Mexiko nach Brasilien der Staat mit der zweithöchsten Katholikenzahl weltweit.

Treffen mit Opfern der Kriminalität

Am Samstagabend (Ortszeit) war Benedikt XVI. mit Opfern der in Mexiko besonders virulenten organisierten Kriminalität zusammengetroffen. Die Begegnung kam auf Vermittlung von Staatspräsident Felipe Calderon zustande, wie das Präsidialamt mitteilte. Der Papst sprach den acht Angehörigen von Personen, die getötet oder verschleppt worden waren, Trost zu und segnete sie. Die Menschen standen repräsentativ für die 50.000 Opfer des Drogenkriegs in Mexiko seit 2006.

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Kuba: Warten auf den Papst

An diesem Montag trifft Benedikt zu einem mit Spannung erwarteten dreitägigen Besuch im kommunistischen Kuba ein. Zu den Höhepunkten dort zählt ein Treffen mit Staatschef Raúl Castro am Dienstag. Außerdem wird das katholische Kirchenoberhaupt jeweils eine Messe in Santiago de Cuba und in der Hauptstadt Havanna unter freiem Himmel feiern. Eine Begegnung Benedikts mit kubanischen Dissidenten ist nicht geplant. Regimekritiker hoffen aber, dass sich der Papst kritisch zur Lage der Menschenrechte auf der Karibikinsel äußern wird.

Seit dem historischen Kubabesuch von Papst Johannes Paul II. vor 14 Jahren haben sich die Beziehungen zwischen der kommunistischen Führung und dem Vatikan schrittweise verbessert. In den vergangenen Jahren ist die Kirche vor allem als Vermittler zwischen Regierung und Kritikern hervorgetreten.

wl/sti (dpa,dapd,afp,kna,epd)

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