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Porträts Lehrerverbände

Belgischer Germanisten- und Deutschlehrerverband (BGDV)

Gemeinsam die Dinge angehen und eine gesellige Zeit verbringen. Darauf legt der Belgische Germanisten- und Deutschlehrerverband großen Wert. Das ist nicht immer einfach in einem dreisprachigen Land.

Den Präsidenten des Belgischen Germanisten- und Deutschlehrerverbands erreicht man unter einer Vorwahl, die man nicht erwarten würde: der von Berlin. An der Freien Universität Berlin forscht und lehrt er im Fach Germanistik.

Deutsche Welle: Sehe ich das richtig, dass ich Sie in Berlin anrufe? Wie leiten Sie denn den belgischen Deutschlehrerverband aus der deutschen Hauptstadt?

Achim Küpper: Durch telepathische Kräfte. Lacht. Nein, im Ernst: Es hat sich zufällig ergeben, dass ich eine Stelle in Berlin bekommen habe. Den Großteil meiner Verbandsarbeit erledige ich jedoch eh' elektronisch. Alle ein bis zwei Monate treffen wir uns zur Vorstandssitzung in Brüssel. Dann verbinde ich diese Besuche mit anderen Terminen. Das war so nie geplant, aber es klappt.

Als gebürtig Deutschsprechender sind Sie zwischen Flamen und Wallonen ja fast schon ein Exot in Ihrer Heimat Belgien.

Ja, das kann man schon sagen. Ich bin deutschsprachig, aber Belgier. In Belgien gibt es eine ganz kleine deutsche Ecke. Ich habe es mal ausgerechnet, und der Anteil der Deutschsprachigen in Belgien liegt bei nur 0,7 Prozent der Bevölkerung im Gegensatz zu 50 bis 60 Prozent Flamen und circa 40 Prozent Französisch Sprechenden. Trotzdem ist Deutsch auch eine Landessprache.

Und da sind Sie direkt in den Landesteil mit der kompliziertesten Sprache hineingeboren …

Ja, das nehmen zumindest viele Leute so wahr. Das stimmt ja auch in gewisser Hinsicht, wenn man beispielsweise auf die Grammatik schaut. Aber ich würde sagen, Französisch ist auch nicht die einfachste Sprache, wenn man sie bis in die Feinheiten sprechen will.

Sie leiten seit 2012 den belgischen Germanisten- und Deutschlehrerverband. Mit welchen besonderen Schwierigkeiten sind Sie da bisher konfrontiert gewesen?

Audio anhören 01:01

Hören Sie rein: Achim Küpper erklärt, was ihm an der deutschen Sprache so gefällt

Wir haben in Belgien die Situation, dass wir in mehrfacher Hinsicht verschiedene Teile zusammenbringen müssen. Einmal sprechen unsere Lehrer verschiedene Muttersprachen: Deutsch, Niederländisch, Französisch. Auf der anderen Seite vertreten wir nicht nur die Deutschlehrer, sondern auch die Universitätsgermanistik. Da müssen wir immer wieder einen Spagat machen. Aber das wollen wir auch. Wir verstehen uns als einheitlicher und die verschiedensten Hintergründe verbindender Verband. In Belgien gibt es viele Organe, die sich in einen flämischen und einen französischsprachigen Flügel unterteilen. Genau das wollen wir nicht. Das ist einerseits eine sehr wichtige Funktion – und andererseits aber auch eine Herausforderung, weil die Lehrer ja auch alle unterschiedliche Bedürfnisse haben. Wir müssen damit zwar oft mehr über solche Dinge nachdenken als andere Länder, aber es ist machbar.

Ihr Verband bietet ja eine ganze Menge verschiedener Aktivitäten an: die Jahrestagung, Studientage, ein Sommerseminar in Österreich und dazu auch noch immer wieder unterschiedliche Ausflüge. Jetzt mal Hand aufs Herz: Auf welcher Veranstaltung feiern Sie als Verband die besten Partys?

Viele Menschen, die miteinander sprechen und sich auf Tischen Bücher ansehen

Bei der Jahrestagung kommen Deutschlehrer, Germanisten, Wallonen, Flamen und Deutsche zusammen

Lacht. Also, die Jahrestagung ist schon der Höhepunkt des Jahres und auch ein Event, wo es immer die Gelegenheit gibt, zusammenzukommen. Aber auch die Sommerseminare sind bisher sehr beliebt gewesen, auch wenn wir mit ihnen derzeit leider pausieren müssen.

Insgesamt kann man aber sagen, dass der Verband auch dazu dient, dass die Leute eine gesellige Zeit haben. Das ist ganz bewusst ein Ziel von uns, weil es oft vorkommt, dass gerade die Deutschlehrer an vielen Schulen die einzigen sind und so manchmal den Eindruck bekommen, sie stehen allein da. Dem wollen wir ein bisschen entgegenwirken, indem wir auf unseren Veranstaltungen die Leute zusammenbringen. Das wird dann auch stets sehr geschätzt. Es soll ja auch alles ein bisschen Spaß machen und nicht nur die ganz ernsten Sachen immer im Vordergrund stehen. Wir wollen beides verbinden.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der

Belgische Germanisten- und Deutschlehrerverband (BGDV)

wurde 1974 gegründet und hat rund 300 Mitglieder. Zweimal im Jahr veröffentlicht der Verband die wissenschaftliche Fachzeitschrift "Germanistische Mittleilungen" mit Beiträgen bekannter aber auch jüngerer Wissenschaftler aus Europa.

Vorstandsgremium:
• Achim Küpper (Vorsitzender)
• Torsten Leuschner (stellv. Vorsitzender)
• Daniela Dora (Schriftführerin)
• Christian Poetini (Schatzmeister)

IDV-Kontaktperson:
Achim Küpper, a.kupper[at]ulg.ac.be

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