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Fokus Osteuropa

Belgier Brammertz wird ab Januar neuer ICTY-Chefankläger

Serge Brammertz ist Jurist und hat bereits wichtige Funktionen in Rechts- und Ermittlungsinstitutionen der Vereinten Nationen ausgeübt. Am 1. Januar 2008 löst er Carla del Ponte ab, die acht Jahre UN-Chefanklägerin war.

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Nach dem Libanon folgt der Balkan

Zum neuen Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag ist der Belgier Serge Brammertz ernannt worden. Laut Entscheidung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wird Brammertz am 1. Januar kommenden Jahres der Nachfolger von Carla del Ponte als UN-Chefankläger.

Brammertz ist als hervorragender Rechtsexperte bekannt, der eine steile Karriere sowohl in Belgien als auch im Ausland machte. Im Alter von 23 Jahren war er Anwalt, mit 35 wurde er Richter. Das Thema seiner Dissertation war die internationale Zusammenarbeit der Polizei, und in diesem Bereich ist er als Fachmann internationalen Ranges anerkannt. Im Jahr 2002 wurde er mit 40 Jahren zum Generalstaatsanwalt Belgiens ernannt. Zu seinen Aufgaben gehörten Ermittlungen bei Verstößen gegen Menschenrechte und terroristische Aktivitäten. Dabei arbeitete er auch mit dem Haager Tribunal zusammen. Brammertz ist Autor mehrerer Bücher über internationalen Terrorismus, organisierte Kriminalität und Korruption. Als Experte des Europarates, der Europäischen Kommission und der Internationalen Organisation für Migration (OMI) untersuchte er das Auftreten von Korruption und Menschenhandel auf dem Balkan und in Zentraleuropa.

Erfolgreiche internationale Karriere

Im Jahr 2003 wurde Brammertz zum ermittelnden Staatsanwalt beim Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag ernannt. Dieser Internationale Strafgerichtshof hat die Aufgabe, Anklage wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu erheben, die seit seiner Gründung im Jahr 2002 begangen wurden. Vergangenes Jahr wurde Brammertz zum Leiter der UN-Kommission für die Ermittlung im Mord an dem libanesischen Premier Refik Hariri ernannt. Dieses Amt übt er bis jetzt in Beirut aus.

Seine erfolgreiche internationale Karriere machte ihn auch zu einer bekannten Medienpersönlichkeit. Vor 20 Jahren wurde er belgischer Meister im Karate. Sein Hobby sind schnelle Autos, die er in Beirut, wo er äußerst riskante Ermittlungen führte, gegen gepanzerte Fahrzeuge und ein Gefolge von Leibwächtern eintauschen musste. Alle seine Ermittlungen führt er, wie es heißt, präzise und diskret. In dieser Hinsicht erinnert er an einen Helden aus den Romanen von Agatha Christie, an den belgischen Detektiv Hercule Poirot.

Wenn Brammertz in anderthalb Monaten sein Amt beim Haager Tribunal antritt, wird seine Vorgängerin Carla del Ponte in Buenos Aires Botschafterin der Schweiz in Argentinien.

Dzevad Sabljakovic, DW-Bosnisch

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