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Aktuell Europa

Belgiens Staatsfeind Nummer Eins bleibt auf der Flucht

In Brüssel sind bei einem großangelegten Anti-Terror-Einsatz 16 Verdächtige festgenommen worden. Anders als erhofft ist der wegen der Anschläge von Paris dringend gesuchte Salah Abdeslam nicht unter den Gefassten.

Es habe insgesamt 19 Anti-Terror-Razzien im Großraum der Hauptstadt gegeben und weitere drei Razzien in der wallonischen Industriestadt Charleroi. Dabei seien weder Waffen noch Explosivstoffe gefunden worden, teilte ein Sprecher der belgischen Staatsanwaltschaft in der Nacht zum Montag mit. Insgesamt 16 Personen seien vorläufig festgenommen worden. Im Brüsseler Einwandererviertel Molenbeek, einer Hochburg belgischer Islamisten, gab es bei den Einsätzen einen Verletzten.

Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Salah Abdeslam, der vermutlich an den Pariser Attentaten mit insgesamt 130 Toten beteiligt war, sei nicht unter den Festgenommenen. Der 26-Jährige hatte ein Auto angemietet, das nach den Anschlägen in Paris gefunden wurde. Die Ermittler vermuten zudem, dass er dem Attentäter-Kommando angehörte, das am 13. November dutzende Menschen vor Restaurants und Cafés in der französischen Hauptstadt erschoss. Abdeslam wurde in Brüssel geboren. Nach der Anschlagsserie gelang ihm die Flucht zurück nach Belgien.

Brüssel weiter im Ausnahmezustand

Am Sonntagnachmittag hatte die belgische Regierung die für den Großraum Brüssel verhängte höchste von vier Terrorwarnstufen um mindestens 24 Stunden verlängert. Am Montagnachmittag soll es eine neue Bewertung der Sicherheitslage geben. Ein verstärktes Aufgebot Sicherheitskräften ist im Einsatz. In den Straßen patrouillieren Polizisten und Soldaten. Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. Auch die U-Bahnen fahren nicht. Auf dem internationalen Flughafen der Hauptstadt werden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, doch der Flugverkehr soll wie üblich laufen. Märkte gibt es bereits seit dem Wochenende nicht mehr. Auch zahlreiche Großveranstaltungen wurden abgesagt.

Es bestehe eine ernsthafte und unmittelbare Gefahr, sagte Ministerpräsident Charles Michel nach der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates. Man befürchte Terrorangriffe ähnlich wie in Paris. Mögliche Ziele seien Einkaufszentren, Geschäfte und der öffentliche Nahverkehr.

Die Anhebung der Terrorwarnstufe auf die höchste Stufe erfolgte erstmals am Samstag, acht Tage nach den islamistischen Anschlägen von Paris, deren Urheber zum Teil im Brüsseler Brennpunktviertel Molenbeek lebten oder zumindest Kontakte dorthin hatten. Zu den Anschlägen bekannte sich die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

qu/wa (afp, dpa, rtr)