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Fokus Osteuropa

Belarussische Jugendbewegung "Subr" unter Druck

Die serbische Otpor, die georgische Kmara und die ukrainische Pora waren die Vorkämpfer der Wende in ihren Ländern. In Belarus ist die Bewegung Subr aktiv. Ihr Koordinator Nikita Sassim wurde am 7.Oktober festgenommen.

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Nikita Sassim - Koordinator der Widerstandsbewegung "Subr"

In der vergangenen Woche ist der Koordinator der belarussischen Bewegung Subr (Wisent), Nikita Sassim, von der Miliz festgenommen worden. Der junge Mann wurde in einer Miliz-Dienststelle in der Minsker Innenstadt festgehalten. Zu den Gründen für die Festnahme macht die Miliz keine Angaben. Inzwischen wurde Sassim wieder auf freien Fuß gesetzt. Es ist davon auszugehen, dass Sassim festgenommen wurde, weil er die Aktion vom 16. September "Wir erinnern" organisiert hatte, die verschwundenen belarussischen Politikern gewidmet war.

Politische Romantiker?

Die Bewegung Subr ist in Belarus umstritten – unter den einfachen Bürgern des Landes, aber auch innerhalb der Opposition. Sie werden als Extremisten, CIA-Söldlinge, aber auch mutige Freiheitskämpfer und politische Romantiker genannt. Aber alle wissen, dass die von den Behörden nicht zugelassene Jugendorganisation bereits seit vier Jahren eine reale und wirksame Kraft darstellt. Derzeit bereitet sich Subr auf die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr vor. Den jungen Menschen helfen Berater aus der Ukraine, Georgien und Serbien.

Gründung der Widerstandsbewegung

Die Geschichte von Subr begann am 14. Januar 2001. Damals versammelten sich 40 junge Leute in Beloweschskaja Puschtscha und beschlossen, eine Widerstandsbewegung zu gründen. Besonderes Augenmerk galt den damals bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Die Bewegung wurde Subr, zu deutsch Wisent, genannt - zu Ehren des Wisents, das Belarus symbolisiert. Bereits am 13. Februar veröffentlichte Subr die Hauptprinzipien der Bewegung: "Unser Weg ist der gewaltlose Widerstand gegen das Regime. Wir teilen die belarussischen Bürger nicht in Freunde und Feinde. Wir sind alle gleichberechtigt und jeder kann auf die Beschlussfassung Einfluss nehmen. Wir wissen, dass man nur durch eigenen Mut den Sieg erreichen kann..." Ferner setzte sich Subr zum Ziel, Aleksandr Lukaschenko zu entmachten und faire Wahlen zu organisieren.

Sassims Wechsel in die Opposition

In der Bewegung Subr gab es folgende interessante Begebenheit: Im Frühjahr 2004 veranstaltete Nikita Sassim, der damals der Führer des Verbandes der präsidentenfreundlichen Organisation Belarussische Republikanische Union der Jugend (BRSM) in der Schule für Leichtindustrie in der Stadt Baranowitschi war, eine Versammlung. Auf ihr schlug er seinen Anhängern vor, sich der oppositionellen Bewegung Subr anzuschließen. Die Mehrheit unterstützte ihn sogar. Heute gehört Sassim zu den Führern der Bewegung.

"Wir dürfen keine Schwäche zeigen"

Vor einiger Zeit hatte Sassim erklärt: "Das, was wir im März 2004 getan haben, ist ein Vorbild für junge Menschen in Belarus, die in Schulen und Universitäten gezwungen werden, irgendeine Lukaschenko-Ideologie zu studieren. Den Menschen wird untersagt, politischen gesellschaftlichen Organisationen anzugehören. Ihnen wird verboten, eine eigene Meinung zu vertreten. Das, was wir getan haben, ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie man kämpfen muss. Ich denke, dass der Kampf fortgesetzt werden muss. Wir dürfen keine Schwäche zeigen."

Sergej Pantschenko, Minsk
DW-RADIO/Russisch, 10.10.2005, Fokus Ost-Südost

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