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Fokus Osteuropa

Belarus: Zeitung per Email

Seit kurzem erscheint die erste belarussische elektronische Zeitung als PDF-Datei. Das Internet stellt für immer mehr Medien, die in Belarus von den Behörden auf verschiedene Weise behindert werden, einen Ausweg dar.

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Unabhängige Nachrichten über Internet

Das Besondere an ihrer neuen Zeitung sei, dass sie jederzeit an einem beliebigen Ort ausgedruckt oder einfach am Computerbildschirm gelesen werden könne, so die Gründer der Internetzeitung Jeschednewnik. Konzipiert wurde die Zeitung von Journalisten, die früher für die Belarusskaja Delowaja Gaseta tätig waren.

Arbeitslose Journalisten gründen eigene Zeitung

Chef der neuen PDF-Zeitung ist der ehemalige Redakteur der Belarusskaja Delowaja Gaseta, Sergej Sazuk. „Die Idee, die Zeitung Jeschednewnik zu gründen und sie per Email zu verschicken, entstand, nachdem eine Gruppe von Journalisten, die für die Belarusskaja Delowaja Gaseta gearbeitet hatten, nach der Schließung der Zeitung arbeitslos geworden waren“, erzählt Sazuk im Gespräch mit der Deutschen Welle. „Sie versuchten zuerst, für andere Zeitungen zu arbeiten und andere Jobs zu bekommen. Aber sie waren unzufrieden und entschieden sich schließlich, in den Journalismus zurückzukehren“. Sie gründeten eine eigene Zeitung, in erster Linie, „weil es derzeit in Belarus keine anderen Medien gibt, in denen sie gerne arbeiten würden“, so Sazuk. Jeschednewnik erscheint fünf Mal pro Woche. Hauptanreiz für Leser und Werbewirtschaft seien die exklusiven Informationen, die die Zeitung zu bieten habe, so ihr Chefredakteur.

Zunehmende Bedeutung des Internets

Inzwischen gehen immer mehr belarussische Medien ins Internet, vor allem wegen der Schwierigkeiten, eine Zeitung überhaupt zum Druck zu bringen. Darauf machte der stellvertretende Vorsitzende des Belarussischen Journalistenverbandes, Andrej Bastunez, aufmerksam. Die Zeitungen Belarusskaja Delowaja Gaseta und Solidarnost würden derzeit nur gelegentlich auf Papier erscheinen und seien deshalb nur noch im Internet regelmäßig präsent. Bei den Lesern hätten sie deshalb bereits an Popularität eingebüßt, so Bastunez. Über die neue Zeitung Jeschednewnik sagte er, dass „die Entwicklung der Technik vielleicht von allein zu derartigen neuen Projekten geführt“ hätte. Auch in Zukunft werde es noch Zeitungen auf Papier geben, aber dies hänge vor allem davon ab, wie sich die Lage im Land entwickle.

Wer sich für die Zeitung Jeschednewnik interessiert, kann sie im Internet unter www.ej.by abonnieren. In ein Bestellfeld muss man seine Email-Adresse eintragen, anschließend bekommt man die Zeitung als PDF zugeschickt.

DW-RADIO/Russisch

4.9.2006, Fokus Ost-Südost