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Fokus Osteuropa

Belarus: Oppositions-Politiker Skrebez aus der Haft entlassen

Seit dem 15. November ist der Geschäftsmann und ehemalige Abgeordnete Sergej Skrebez wieder frei. Der Politiker soll Kredite erschlichen haben und wurde deswegen im Mai 2005 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

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Sergej Skrebez plant bereits neue Aktivitäten

Die belarussische Opposition und der Westen halten den Fall Sergej Skrebez für politisch motiviert. Er selbst trat über längere Zeit in Hungerstreiks, als Zeichen des Protests gegen seine Inhaftierung. Seinen letzten Hungerstreik begann er am 20. Oktober, diesmal aus Solidarität mit dem ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Aleksandr Kosulin, der im Juli dieses Jahres wegen Rowdytums und Verstößen gegen die öffentliche Ordnung zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Nächtliche Freilassung

Skrebez wurde aus der Justizvollzugsanstalt Witba-3 im Gebiet Witebsk mitten in der Nacht freigelassen. Abgeholt wurde er von seinem Bruder Aleksandr. Dieser erklärte später: "Sergej sieht sehr schlecht aus, aber er ist guter Laune. Wir dachten, er wird sich ausruhen, mindestens eine Woche gut schlafen und spazieren gehen. Dies lehnt er aber ab." Sergej Skrebez plane bereits eine Pressekonferenz im Hauptquartier der Belarussischen Volksfront und verschiedene Reisen, nach Russland und in andere Nachbarländer, teilte Aleksandr Skrebez nach der Freilassung seines Bruders mit.

Treffen mit Kosulin

Im Gefängnis, in dem Sergej Skrebez einsaß, ist auch der ehemalige Präsidentschaftskandidat, der Vorsitzende der Belarussischen Sozialdemokratischen Partei "Hramada" und frühere Rektor der Belarussischen Staatlichen Universität, Aleksandr Kosulin, inhaftiert. Wie das Verhältnis zwischen beiden sei, und wie sich Kosulin fühle, wollten von Sergej Skrebez viele wissen: "Wir stellten fest, dass wir uns geistig nahe stehen. Das bezieht sich auf Ansichten über das Land, was heute in Belarus geschieht und was man unternehmen muss, um auf dem Rechtsweg die politische Krise zu überwinden. Wir sind der Ansicht, dass unser Land eine Zukunft hat, trotz des heutigen totalitären Regimes." Skrebez beschrieb Kosulins Zustand wegen seines Hungerstreiks als schwierig, aber er unterstrich: "Ich halte Kosulin für den geistigen Führer der Nation. Er ist ein Mensch mit starkem Geist."

Skrebez optimistisch

Das Gefängnis und die Leiden machten aus Sergej Skrebez keinen Pessimisten. Im Gegenteil, er geht davon aus, dass sich schon im kommenden Jahr die Lage im Lande ändert: "Das sieht man an den Briefen, die ins Gefängnis kommen. Unsere Gesellschaft beginnt zu gesunden, sie wacht auf. Die Menschen schreiben offen, dass sie Kosulin unterstützen, den Hungerstreik und demokratische Veränderungen unterstützen, und überhaupt dies alles leid sind."

Sergej Pantschenko
DW-RADIO/Russisch, 15.11.2006, Fokus Ost-Südost

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