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Nahost

Belagerung statt Häuserkampf?

Die USA wollen den Sieg im Irak nach Medienberichten schon erklären, auch wenn Bagdad noch nicht voll unter US-Kontrolle ist. Der Flughafen der Hautpstadt ist nach Angaben von US-Miliärs in alliierter Hand.

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US-Militärs besetzen Bagdads Flughafen

Nach stundenlangen harten Kämpfen haben alliierte Truppen am Freitag (04.04.) den strategisch wichtigen Flughafen von Bagdad erobert. "Wir haben jetzt ihr Kronjuwel", sagte
der britische Militärsprecher Al Lockwood nach mehr als 17-stündigen Gefechten um den Saddam International Airport. "Der Flughafen hat jetzt einen neuen Namen: Bagdad International Airport, und er wird ein Tor zur Zukunft des Irak sein", sagte General Vincent Brooks vom US-Zentralkommando in Katar.

Hunderte Tote

CNN zeigte am frühen Morgen Live-Bilder von zerstörten irakischen Panzern und Truppentransportern auf einer Straße unweit des Flughafens. Bei den Gefechten um den Flughafen seien 320 irakische Soldaten ums Leben gekommen, berichtete der Sender unter Berufung auf das US-Militär. Angaben über mögliche Opfer auf alliierter Seite lagen zunächst nicht vor.

Im Südosten Bagdads trafen US-Truppen am Tigris vor den Außenbezirken der Hauptstadt ein, nachdem sie laut einem AP-Bericht in den letzten Stunden ihres Vormarschs nur noch auf vereinzelten Widerstand gestoßen waren. Es blieb jedoch unklar, ob die Truppen bald den Befehl zur Erstürmung von Bagdad erhalten oder zunächst die Verstärkung durch weitere Truppen abwarten sollen.

Isolation statt Bodenoffensive

US-Generalstabschef Richard Myers erklärte in Washington, möglicherweise würden die US-Streitkräfte auf eine Erstürmung Bagdads verzichten und die Stadt stattdessen isolieren. In der Zwischenzeit könnte bereits mit der Bildung einer Übergangsverwaltung für Irak begonnen werden.

Erstmals seit Kriegsbeginn vor mehr als zwei Wochen ist Bagdad ohne Strom- und Wasserversorgung. Die Ursache für den Ausfall war nicht geklärt, da die Luftangriffe in der Nacht zum Donnerstag nach US-Angaben auf militärische Ziele gerichtet waren. Der Süden der Hauptstadt wurde von einer Serie von Explosionen erschüttert, mehrere Gebäude standen in Flammen.

Alte Saddam-Bilder?

Das Pentagon hält die jüngsten Fernsehbilder des irakischen Machthabers Saddam Hussein nach CNN-Informationen allesamt für veraltet. Die Bilder Saddams, die in den vergangenen zwei Wochen im irakischen Fernsehen zu sehen waren, seien nach Überzeugung von Pentagon-Experten alle vor Kriegsbeginn aufgenommen worden. Nach Angaben des US-Zentralkommandos in Doha (Katar) gibt es Beweise dafür, dass das irakische Regime die Kontrolle über Militär und Bevölkerung im größten Teil des Landes verloren hat.

Dagegen erklärte der irakische Informationsminister Mohammed Sajjid el Sahhaf in Bagdad: "Der Kampf geht weiter." Insgesamt seien bei Luftangriffen in der Hauptstadt seit Mittwoch 19 Zivilisten getötet und rund 200 Menschen verletzt worden, sagte Sahhaf. Er warf den "Invasoren" vor, die eigenen Soldaten und ihre Familien zu belügen, indem sie die wahre Zahl der getöten Soldaten verheimlichten.

CNN bezifferte die Zahl der getöteten amerikanischen und britischen Militärs auf mindestens 78. In London sagte der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon, die Alliierten hätten bisher insgesamt 9000 Iraker in Kriegsgefangenschaft genommen. (mas)

Hinweis: Angaben zu Truppenbewegungen, Opfern und Schäden basieren zumeist auf Informationen der Kriegsparteien und können in der Regel nicht unabhängig überprüft werden.

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  • Datum 04.04.2003
  • Themenseiten Irak
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