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Ostmitteleuropa

Beitrag zum Wiederaufbau auf dem Balkan

- Erste gemeinsame tschechisch-slowakische Kompanie trainiert für KFOR-Einsatz im Kosovo

Prag, 14.1.2002, RADIO PRAG, deutsch

Soldaten im Friedenseinsatz? Was kann man sich darunter vorstellen? Um das Herauszufinden, besuchte Radio Prag neben weiteren Rundfunk- und Fernsehstationen am vergangenen Freitag (11.1.) den Übungsstützpunkt der Tschechischen Armee für internationale Einsätze im malerisch gelegenen südböhmischen Cesky Krumlov/Krummau.

Die Ausbildung der für die UN-Friedensmissionen auf dem Balkan vorbereiteten Soldaten ist jedoch eine andere, als die, die man sich landläufig unter dem Einsatz von bewaffnetem Militär vorstellt. Anstatt Schützengräben auszuheben, werden Straßen- und Geländesperren errichtet, anstatt Häuserkampf werden Patrouillengänge oder Personen- und Fahrzeugkontrollen trainiert. Das hängt natürlich mit der Aufgabenstellung zusammen, die auf die 500 Mann starke tschechisch-slowakische Einheit ab dem 1. März im Kosovo wartet.

Welche Aufgaben das sind, dazu sagte uns der Oberkommandierende des tschechisch-slowakischen KFOR-Kontingents, Oberstleutnant Lubomir Frk:

"Die Aufgaben des Kontingents sind folgende: Erstens die Überwachung der provinziellen Grenze zwischen der Provinz Kosovo und der Republik Serbien, weiterhin die Gewährleistung der Sicherheit für die Vertreter aller ethnischen Bevölkerungsgruppen in der uns anvertrauten Sicherheitszone, des Weiteren haben wir die Tätigkeit der Organisation UNMIK, also die hier zeitweise unter der UN-Schirmherrschaft anwesende Verwaltungsorganisation zu unterstützen, außerdem die Tätigkeit aller Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen für eine erneute Entwicklung der Region, sowohl ökonomisch als auch kulturell. Überdies sollen wir ökonomischen Einrichtungen dabei helfen, dass sie ihre wirtschaftlichen Aktivitäten in der Region erneut entfalten können."

Um zu verdeutlichen, was unter der Hilfe für ökonomische Einrichtungen zu verstehen ist, gab uns Oberstleutnant Frk auf unsere Anfrage hin diese Auskunft:

"Unsere Einheit, die dort vor Ort ist, sondiert das Terrain, bewertet und analysiert es. Dabei wird festgestellt, was dort vorhanden ist: ist dort eine Schule, ist dort ein Krankenhaus, ist dort zum Beispiel eine Tischlerei, eine Bäckerei und dergleichen mehr. Falls nicht, wird analysiert, was zur Installierung solcher Einrichtungen alles erforderlich ist, ob Technologien eingekauft oder entsprechende Materialien besorgt werden müssen. Dazu werden die internationalen Hilfsorganisationen eingeschaltet, so dass wir Schritt für Schritt das Leben wieder normalisieren helfen."

Für diese Aufgaben wären sicher die örtlichen Verwaltungen der Kosovo-Region zuständig, doch da sie noch nicht funktionieren, werden ihre Aufgaben derzeit von den Vertretern der UNMIK-Organisation wahrgenommen. Um aber gerade den friedlichen Übergang von der hilfreichen Fremdverwaltung zu einer geordneten Selbstverwaltung zu ermöglichen, dazu bedarf es eben des regulierenden Einsatzes der KFOR-Truppen im Kosovo. Und dafür üben die 400 tschechischen und 100 slowakischen Soldaten in der Umgebung von Krummau derzeit eifrig, um ihre Schutz- und Kontrollfunktion im zerstörten Kosovo so gut wie möglich ausfüllen zu können. (ykk)

  • Datum 15.01.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1hjR
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