1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

"Beispiellose Kämpfe" um Aleppo

In Syrien haben die Aufständischen einen Großangriff auf die Wirtschaftsmetropole begonnen. Den Regimetruppen wird ein neues Massaker vorgeworfen.

Rebellen-Kämpfer in Aleppo (Foto: Reuters)

2

Der Leiter der in London ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP, in Aleppo habe es am Freitagmorgen Kämpfe "an mehreren Fronten" gegeben, die in dem bisherigen Konflikt "beispiellos" seien. Auch Einwohner von Vierteln Aleppos, die bislang weitgehend von Gewalt verschont geblieben waren, berichteten laut AFP von heftigen Gefechten. Sie sagten ebenfalls, diese seien bisher "ohne Beispiel".

Vorwurf: Massaker

Offiziere der aufständischen "Freien Syrischen Armee" erklärten, in der größten Stadt des Landes seien "Tausende Kämpfer" im Einsatz. Der Angriff auf die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad in Aleppo habe "an allen Fronten begonnen". Unabhängige Berichte aus der seit Monaten umkämpften Stadt liegen nicht vor. Die Opposition wirft den Assad-treuen Kämpfern derweil vor, ein weiteres Massaker begangen zu haben. Aktivisten berichteten, in der Stadt Deir as-Saur seien 19 Männer von Angehörigen der Schabiha-Miliz öffentlich hingerichtet worden. Soldaten der Armee hätten dem Morden zugesehen.

Unterdessen hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen die strafrechtliche Verfolgung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Syrien befürwortet. In einer in Genf angenommenen Resolution verweist er dabei auf eine mögliche Rolle des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Der Rat verlängerte auch das Mandat der UN-Untersuchungskommission, die in mehreren Berichten Menschenrechtsverletzungen für zukünftige Gerichtsprozesse dokumentiert hat. 41 Ratsmitglieder stimmten für die Resolution. Russland und China sprachen sich dagegen aus.

Immer mehr Flüchtlinge

Seit dem Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 wurden in Syrien nach Angaben der Beobachtungsstelle in London fast 30.000 Menschen getötet. Angesichts der anhaltenden Kämpfe befürchten die Vereinten Nationen einen Flüchtlingsstrom ungeahnten Ausmaßes. Bis zum Jahresende könnten 700.000 Syrier wegen des Bürgerkriegs aus ihrem Heimatland fliehen, teilte das UN-Hochkommissariat für Flüchtlingsfragen (UNHCR) in Genf mit. Seit Beginn des Volksaufstands haben sich fast 300.000 Syrer im Ausland in Sicherheit gebracht - vornehmlich in Jordanien, der Türkei, im Irak und im Libanon. Die Zahl der Binnenflüchtlinge wird auf weit über eine Million geschätzt.

wl/hp (afp, dpa, rtr)