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Politik

Beispiel Süd-Libanon

Die Nachkriegsordnung im Irak und die Frage nach möglichen weiteren Zielen der USA in dieser Region sind am Sonntag (13.4.2003) Themen in der arabischen Presseschau.

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Die amtliche ägyptische Zeitung AL-AHRAM prophezeit den Alliierten, im Irak zu scheitern. Das Blatt schreibt:

"Noch sind die amerikanischen Pläne für die Zukunft des Iraks unklar. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Amerikaner im Irak die gleichen Fehler begehen werden, die die Israelis im Süd-Libanon begangen haben. Eines Tages werden auch sie sagen: Wir dachten, wir können die Regierungsform des Landes ändern, und sind leider gescheitert. Wenn sie nicht rechtzeitig abziehen, werden sie einen hohen Preis bezahlen und letztendlich doch abziehen müssen - wie bereits die Israelis im Süd-Libanon."

Das meint auch die in London erscheinende überregionale Zeitung ASCHARQ-AL-AOUSAT. Man dürfe nicht vergessen, so das Blatt, dass der Sturz des Regimes im Irak nicht vom Volk ausging wie seinerzeit der Fall des Kommunismus im ehemaligen Ostblock. Zitat:

"Als die Regime in Osteuropa stürzten, haben wir gesehen, dass die Volksmassen auf die Straße gingen und feierten. Im Irak ist dies nicht geschehen, denn den Sturz des irakischen Regimes hat eine bei den Arabern verhasste ausländische Militär-Macht herbeigeführt. Die Iraker haben erlebt, wie diese Macht sie in den vergangenen Jahren nach und nach umzingelt und ihnen die Einfuhr von Nahrung und Medikamenten verweigert hat. Sie werden nicht vergessen, dass jene Flugzeuge, die sie nun angeblich befreien wollen, ihr Land zuvor jahrelang bombardiert haben."

Die in London erscheinende Zeitung AL-HAYAT glaubt zu erkennen, dass den US-Truppen und ihren Verbündeten bereits der Hass und Zorn der Bevölkerung entgegenschlägt. Weiter schreibt das Blatt:

"Die Frage ist, ob der so genannte befreite Irak nun den anderen arabischen Länder als leuchtendes Vorbild für Demokratie nach amerikanischem Muster dienen kann - oder als abschreckendes Beispiel dafür, was jedem Land droht, das sich gegen das amerikanische Imperium stellt."

Die halb-amtliche Zeitung AL-ITTIHAD aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stellt fest:

"Erstens: Ziel der Besatzung war nicht der Sturz des Regimes und die Beseitigung von Massenvernichtungswaffen. Zweitens: Diese Besatzung hat große Gemeinsamkeiten mit den zionistischen Hegemoniebestrebungen in der Region. Und drittens: Hinter den erklärten Kriegszielen der Amerikaner und Briten stehen noch weiter reichende Ziele: Die ganze Weltordnung soll nach amerikanischen Vorstellungen geändert werden. Diese Invasion ist der Schlüssel dazu."

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