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Politik

Beisetzung neben den Königen Polens

Das Präsidentenpaar Kaczynski wird in der Wawel-Burg in Krakau beigesetzt. Auch US-Präsident Obama wird anreisen. Gegen die Beisetzung am historischen Ort gibt es aber auch Proteste.

Tocher Marta Kaczynka am Sarg ihrer Mutter im Präsidentenpalast (Foto: dpa)

Tausende Polen haben am Dienstag (13.04.2010) in Warschau Abschied genommen vom tödlich verunglückten Präsidenten Lech Kaczynski und seiner Frau Maria. Vor dem Präsidentenpalast, wo die Särge des Staatsoberhaupts und seiner Frau aufgebahrt wurden, lagen Berge von Blumen. Nach einer Trauerfeier für alle 96 Opfer der Flugzeugkatastrophe soll das Ehepaar am Sonntag in einem Staatsbegräbnis in der Kathedrale der Königsburg Wawel in Krakau beigesetzt werden.

Obama kommt

US-Präsident Barack Obama wird an dem Staatsbegräbnis teilnehmen, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, am Dienstag in Washington. Der US-Präsident werde dort die "tiefe Anteilnahme" und die "Unterstützung für das polnische Volk" seitens der US-Bevölkerung übermitteln, erklärte Gibbs.

Die Kathedrale der Krakauer Königsburg Wawel dient als Grabstätte bekannter Könige und Staatsmänner Polens. Auch das Vorbild von Lech Kaczynski, Jozef Pilsudski, ist in der Wawel-Krypta beigesetzt. Pilsudski hatte der den polnischen Staat nach dem Ersten Weltkrieg 1918 wieder aufgebaut.

"Nein zu Wawel"

Gegen die geplante Beisetzung in der Kathedrale protestierten in Krakau am Dienstag hunderte Demonstranten. "Ist er wirklich eines Königs würdig?", stand auf einem ihrer Schilder. Einige skandierten "Nein zu Wawel" und forderten, das Präsidentenpaar stattdessen auf dem historischen Powazki-Friedhof in Warschau beizusetzen.

Trauer und Schmerz in Warschau

Der Sarg des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski im Präsidentenpalast (Foto:dpa)

Der Sarg Lech Kaczynskis

Die sterblichen Überreste Kaczynskis waren am Sonntag aus Russland nach Polen überführt worden. Am Dienstag wurde auch der Leichnam seiner Frau zurück in die Heimat gebracht. Ihre Leiche war am Montag am Ehering identifiziert worden.

Tausende Menschen säumten die Strecke vom Flughafen in die Innenstadt von Warschau, um der First Lady das letzte Geleit zu geben. Die 67-Jährige war in Polen unter anderem wegen ihres Engagements für Frauenrechte sehr beliebt. Gegen Mittag traf ihr Sarg unter Glockengeläut in der Kapelle des Präsidentenpalastes ein. Auch dort hatten sich schon Stunden zuvor viele Menschen versammelt, um ihr die letzte Ehre zu erweisen.

Smolensk, ein "Ort des polnischen Dramas"

Der Sarg der First Lady wird zum Präsidentenpalast gefahren (Foto: AP)

Abschied von Maria Kaczynska

Auch beide Häuser des Parlaments gedachten in einer gemeinsamen Sondersitzung der Opfer des Flugzeugabsturzes. Der Wald in Smolensk sei zum "Ort des polnischen Dramas" geworden, heißt es in der Erklärung beider Parlamentskammern. Dieser Verlust könne gar nicht ersetzt werden. Unter den Todesopfern der Flugzeugkatastrophe befanden sich insgesamt 18 Parlamentarier sowie weitere führende Persönlichkeiten des Landes.

Menschen verabschieden sich vom aufgebahrten Präsidenten und seiner Frau. Im Vordergrund ein kleines Kind mit georgischer Flagge (Foto: dpa)

Tausende aus In- und Ausland erweisen die letzte Ehre

Die Abgeordneten bedankten sich bei den Russen für erwiesene "Anteilnahme und Solidarität". Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski bat alle im Parlament vertretenen Parteien, ihm zu helfen, "den Staat durch die schwere Zeit zu führen". Komorowski hat nach dem Tod des Präsidenten die Geschäfte des Staatsoberhauptes übernommen. Außenminister Radoslaw Sikorski sah in der russischen Anteilnahme nach dem Flugzeugunglück eine Chance auf Annäherung zwischen seinem Land und Russland.

Autorin: Naima El Moussaoui (afp, dpa, apn)

Redaktion: Martin Schrader

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