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Fußball

Beim DFB bleibt alles wie es immer war

"Der Einspruch von Hertha gegen die Wertung des Relegationsspiels in Düsseldorf wird als unbegründet zurückgewiesen!" Hat jemand etwas anderes erwartet? DW-Sportredakteur Calle Kops jedenfalls nicht.

Der vorsitzende Richter Hans E. Lorenz sitzt unter dem DFB-Logo (Foto: dpa)

Der vorsitzende Richter Hans E. Lorenz sitzt unter dem DFB-Logo

Gibt es tatsächlich Optimisten in Deutschland, die daran geglaubt hatten, beim Deutschen Fußball-Bund würde sich mal etwas ändern? Sollte es sie geben, dann sind sie spätestens jetzt – einmal mehr – eines Besseren belehrt worden. Es ist wie mit allen Neuerungen, die den Fußball auch nur annähernd weiter bringen könnten: Die Torkamera ist verpönt und der Chip im Ball nicht gewollt. Der DFB bleibt seiner Marschroute treu – nur nichts ändern, auch wenn es sinnvoll ist.

Warum also sollte die DFB-Gerichtsbarkeit plötzlich eine andere Marschroute an den Tag legen? Das konnte nun wirklich niemand ernsthaft erwarten. Der Vorsitzende des Sportgerichts hat sich bei seiner Entscheidung genauso bewegt, wie es in der Regel alle Funktionäre dieses Verbandes tun – wie ein Buddha.

Es war doch klar, dass der "Schiedsrichter jederzeit regelkonform gehandelt hat". Es war doch klar, dass wieder mal die Vokabel "Tatsachenentscheidung" herhalten muss, hinter der sich schon seit unzähligen Jahren die Unparteiischen und deren Kontrollgremien verstecken.

Das haben die Berliner nun davon

Wünschenswert wäre gewesen, dass wenigstens die Entscheidung der Berliner, diese unsägliche Partie überhaupt zu Ende zu spielen, positiv gewürdigt worden wäre. Doch weit gefehlt. Vielmehr hat der Anstand der Herthaner, die Situation auf dem Rasen nicht noch mehr eskalieren zu lassen, ihnen noch geschadet. Denn von Seiten des Gerichts heißt es: "Der Versuch nachzuweisen, dass die Berliner unter Angst standen, blieb letztlich ohne Erfolg." Ergo: Wäre man aus Angst in der Kabine geblieben, wäre der Nachweis erbracht – oder wie? Das haben sie nun davon, möchte man sagen.

Einer aber hatte Angst. Einer, bei dem man das nie bezweifeln würde. Einer, der das allerdings auch nur behaupten und nicht nachweisen muss: der Schiedsrichter. Er sei beschimpft, bedroht und sogar von hinten geschlagen worden, sagt er, natürlich von Seiten der Hertha. Dass bei solchen Vorwürfen eine Entscheidung zugunsten der derart beschuldigten Seite ergehen würde, durfte nun wirklich keiner ernsthaft glauben, auch die größten Optimisten nicht.

Bei Verbänden ändert sich selten etwas, beim Deutschen Fußball-Bund schon gar nicht. Und es ist nicht anzunehmen, dass das in der nun folgenden Instanz der DFB-Sportgerichtsbarkeit anders sein wird.