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Kultur

Beim besten Hochhaus der Welt war nicht allein die Höhe wichtig

Hochhäuser werden heutzutage gebaut, sie werden aber auch ausgezeichnet. Alle zwei Jahre wird der internationale Hochhauspreis vergeben. Unter welchen Kriterien wählen Experten das "beste" Hochhaus der Welt aus?

Das Hochhaus Hearst Tower in New York City, entworfen von Norman Foster, gewann dern internationalen Hochhauspreis 2008.

Das Hochhaus Hearst Tower in New York City, entworfen von Norman Foster, gewann dern internationalen Hochhauspreis 2008.

Elegant und schick sind sie, und vor allem sehr hoch. Aber die Höhe allein machte es nicht bei der diesjährigen Hochhauspreisverleihung. Zwar hatte kein Gebäude der Welt unter 100 Meter eine Chance, das Kriterium der Nachhaltigkeit hat jedoch eine viel größere Rolle gespielt als in den Vorjahren.

Organisiert wurde der internationale Hochhauspreis vom Deutschen Architekturmuseum, der Stadt Frankfurt und der DekaBank. Nur 23 Hochhäuser der Welt waren in diesem Jahr nominiert. Fünf davon kamen in die Endrunde. Der Gewinner des mit 50.000 Euro dotierten Preises war der Architekt Norman Foster mit seinem Hochhaus Hearst Tower in New York.

Die Initiatoren haben festgestellt: je mehr beim Bau eines Hochhauses auf Umwelt- und Energiefragen geachtet wird, desto mehr wird gespart. Ökonomie und Ökologie schließen sich nicht mehr aus.

Durch die diagonale Dreiecksform konnte Foster 20% Stahl sparen.

Durch die diagonale Dreiecksform konnte Foster 20 Prozent Stahl sparen.

Das Hochhaus als Öko-Haus

Das gilt auch für den Bau des Preisträgers Norman Foster, den 182 hohen Hearst Tower in New York. Das Hochhaus ist der Sitz des Medienunternehmens Hearst Corporation. Das Gebäude ist eine Erweiterung des bestehenden Sockelbaus, der 1929 errichtet wurde. Es ist die Form, die dieses Hochhaus so besonders macht: Foster hat nicht mit Stahl konventionell nach oben gebaut, sondern diagonal. So entstanden am Gebäude große Dreiecke. Jedes Dreieck umfasst vier Geschosse. Das führte dazu, dass er 20 Prozent weniger Stahl verbraucht hat. Der Stahl ist nicht nur sparsam verwendet, er ist auch recycleter Stahl. Durch die schadstoffarmen Hochleistungsgläser werden die Innenräume beleuchtet, gleichzeitig wird aber ein Aufheizen vermieden. Denn Aufheizung erfordert Klimatisierung, was dann auch wieder Energie verbraucht.

Höhe ist Trumpf

Nachhaltigkeit steht aber nicht überall in der Welt im Vordergrund. "Früher gab es das Kriterium der reinen Höhe was heute noch in den arabischen Emiraten ein großes Thema ist", sagt Michaela Busenkell, Kuratorin der internationalen Hochhauspreisausstellung. So versuche man zum Beispiel durch Höhe zu trumpfen oder durch eine formale Gestaltung, die die Aufmerksamkeit der westlichen Welt auf sich zieht, aber die nicht zu tun habe mit dem Tragwerk, oder mit dem inneren des Gebäudes und was da drin passiert, erklärt sie.

So soll in Dubai demnächst das höchste Bauwerk der Welt entstehen und über einen Kilometer hoch sein. Ein Kilometer, das muss man sich erstmal vorstellen können!

Frankfurter Skyline: die Stadt hat auch selbst was zu bieten.

Frankfurter Skyline: die Stadt hat auch selbst was zu bieten.

Architektur und die Finanzkrise

Riesen Wolkenkratzer brauchen auch Riesenkapital. In Zeiten der Finanzkrise ein Riesenproblem, sagt der Direktor des Deutschen Architekturmuseums Peter Cachola Schmal: "Wir wissen, dass ganz viele Häuser im Moment wegen der Zwischenfinanzierung nicht gebaut oder verschoben werden."

Der "Russia Tower", ebenfalls ein Projekt von Norman Foster sollte eigentlich mit 612m das höchste Gebäude Europas werden. Aber die Bauarbeiten sind wegen der Finanzkrise eingestellt worden. Foster hat bereits in seinem Architekturbüro in London etliche Mitarbeiter entlassen müssen. Dann müssen sich die Bauherren wohl diesmal ein bisschen tiefer stapeln.

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