1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Beihilfen für spanische Top-Fußballklubs illegal

Bürgschaften für wirtschaftlich angeschlagene Fußballvereine, ein Grundstücksdeal mit Real Madrid und Steuervorteile: Die EU-Kommission hält Hilfen für den spanischen Fußball für illegal - und fordert jetzt Geld zurück.

Wegen ungerechtfertigter Subventionen müssen Meister FC Barcelona, Champions-League-Sieger Real Madrid und fünf weitere spanische Fußball-Klubs insgesamt einen Millionen-Betrag im mittleren zweistelligen Bereich an die Staatskasse zurückzahlen.

Diese Entscheidung gab die EU-Kommission am Montag in Brüssel nach Prüfung von sieben Vorgängen öffentlicher Beihilfe für die Klubs bekannt. Die Klubs müssen die entsprechenden Summen an den spanischen Fiskus zurücküberweisen.

"Die Finanzierung von Profivereinen aus Steuermitteln kann den Wettbewerb verzerren", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. "Profifußball ist eine Wirtschaftstätigkeit, bei der beträchtliche Summen im Spiel sind, und die staatliche Unterstützung muss mit den Regeln eines fairen Wettbewerbs vereinbar sein. Das war bei den untersuchten Subventionen nicht der Fall."

Merkwürdige Einstufungen

Mutmaßlich die größte Rückzahlung muss Real Madrid leisten. Die Königlichen müssen eine überhöhte Entschädigung für einen geplatzten Grundstückstausch mit der Stadt Madrid an die Kommune und außerdem bis zu fünf Millionen Euro an unberechtigten Steuervorteilen, die der Renommierklub über 20 Jahre lang eingeräumt bekommen hatte, an den Fiskus überweisen.

Barcelona, Athletic Bilbao und den FC Osasuna müssen sich auf ähnlich hohe Steuernachzahlungen einrichten. Die vier Vereine seien als "Organisationen ohne Erwerbszweck" eingestuft worden, weshalb ihre Gewinne um fünf Prozent niedriger besteuert wurden als die einer GmbH.

Den größten Einzelposten muss der FC Valencia schultern. Der Klub hatte von einem städtischen Finanzinstitut eine Darlehensbürgschaft erhalten und dafür nicht die fällige Gebühr von 20,4 Millionen Euro zahlen müssen. Wegen vergleichbarer Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht müssen Hercules Alicante 6,1 Millionen Euro und der FC Elche 3,7 Millionen Euro für die öffentliche Hand berappen.

Im Gegensatz zu den Fällen der spanischen Klubs kam die EU-Kommission bei der Prüfung von fünf Vorgängen in Verbindung mit niederländischen Profi-Klubs zu keinerlei Beanstandungen. Die Beihilfen für NEC Nimwegen, MVV Maastricht, Willem II Tilburg, PSV Eindhoven und FC Den Bosch jeweils in Millionenhöhe sind nach Ansicht der Wettbewerbshüter in Einklang mit dem EU-Recht gewährt worden.

hb/bea (dpa,sid)

Die Redaktion empfiehlt