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Aktuell Afrika

Bei Terroranschlägen in Somalia sterben Zivilisten

Mit zwei Bombenanschlägen hat die islamistische Shabaab in Somalia ihre Drohungen wahrgemacht. Es kam zum Blutbad. Für Aufsehen sorgen auch Berichte über sexuelle Übergriffe auf Flüchtlinge durch Friedenstruppen der AU.

Innerhalb einer Stunde sprengten sich auf einer Straße südwestlich der Hauptstadt Mogadischu zwei Selbstmordattentäter mit ihren Fahrzeugen in die Luft. Ziel der Sprengstoffattentate war zunächst ein Konvoi der Friedenstruppen der Afrikanischen Union (AU), dann eine Kolonne der somalischen Sicherheitskräfte. Tödlich getroffen wurden aber mindestens zwölf Zivilisten, als ein Kleinbus von einer Detonation erfasst wurde, wie die Regionalverwaltung berichtete.

Zu beiden Angriffen bekannte sich die islamistische Shabaab-Miliz. Die Regierung in Mogadischu hatte vor Racheakten der Extremisten gewarnt, nachdem deren Anführer Ahmed Abdi Godane durch einen gezielten Luftschlag der USA getötet worden war.

Die Verbindungen der Al-Kaida-nahen Shabaab scheinen bis nach Deutschland zu reichen. Drei deutsche Männer wurden nach ihrer Rückkehr aus Kenia in Frankfurt am Main unter dem Verdacht festgenommen, sich in Somalia den Radikalislamisten angeschlossen zu haben.

Soldaten der AU in Somalia (AMISOM) haben laut Bürgerrechtlern in ihren Stützpunkten Flüchtlingsfrauen und -mädchen sexuell misshandelt und ausgebeutet. Wie die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW) am Montag in Nairobi berichtete, sollen seit 2013 Somalierinnen vergewaltigt und missbraucht worden sein. Als Täter werden Soldaten aus Uganda und Burundi genannt.

Die HRW-Studie stützt sich auf Befragungen von Opfern und Zeugen sowie auf Aussagen von ausländischen Beobachtern, Militärs und offiziellen Vertretern der truppenstellenden Länder. Es sei nicht auszuschließen, dass es andernorts ähnliche Vorfälle gegeben habe, hieß es. "Soldaten der Afrikanischen Union haben ihre Machtposition missbraucht, um Somalias schutzbedürftigste Frauen und Mädchen auszubeuten", beklagte die Leiterin der Frauenrechtsabteilung von Human Rights Watch, Liesl Gerntholtz.

Ein Sprecher von AMISOM, Eloi Yao, kritisierte den HRW-Bericht als "unausgewogen und unfair", versprach aber eine Untersuchung der Vorfälle.

SC/wl (rtre, APE, afp, KNA)