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Aktuell Deutschland

Bei Bilfinger geht schon wieder ein Chef: Utnegaard legt Amt nieder

Das Unternehmen kommt seit Jahren auf keinen grünen Zweig. Knapp ein Jahr nach seinem Amtsantritt wirft Vorstandschef Utnegaard überraschend das Handtuch. Experten warnen, dem kriselnden Konzern drohe die Zerschlagung.

Der Norweger lege sein Amt als Vorstandsvorsitzender aus persönlichen Gründen Ende April nieder, teilte Bilfinger mit. Darauf hätten sich der 56-jährige Manager und der Aufsichtsrat einvernehmlich verständigt. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits auf Hochtouren: Das Kontrollgremium führe bereits Gespräche mit mehreren Kandidaten. Ziel sei es, eine Neubesetzung in Kürze bekannt zu geben. Bis auf weiteres übernehme Finanzvorstand Axel Salzmann zusätzlich die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden.

Bilfinger vor der Zerschlagung?

Für den MDax-Konzern, der mitten im Umbau steckt, ist der Rückzug Utnegaards ein weiterer herber Schlag. Eine Serie von Gewinnwarnungen hatte zuvor den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch bei Bilfinger den Job an der Spitze gekostet.

Per Utnegaard (Foto: picture-alliance/dpa)

Sieht für sich keine Zukunft mehr bei Bilfinger - Per Utnegaard

Die Mannheimer befinden sich seit mehreren Jahren in der Krise und suchen nach einer neuen Strategie. Utnegaard, der mit Hilfe des schwedischen Finanzinvestors und Bilfinger Großaktionärs Cevian im vergangenen Juni als Konzernchef eingesetzt worden war, hatte erst im Herbst eine Zwei-Säulen-Strategie mit den Sparten "Industrial" und "Building and Facility" als neue Marschrichtung vorgestellt. Doch mittlerweile steht auch die Ertragsperle, das Bau- und Immobiliengeschäft, zur Disposition. Dieser Schritt hätte weitreichende Folgen für die künftige Aufstellung und Strategie.

Dem Traditionskonzern, dessen Wurzeln bis 1880 zurückreichen, droht damit nach Einschätzung von Experten die Zerschlagung. Im vergangenen Jahr verbuchte Bilfinger einen Rekordverlust von knapp einer halben Milliarde Euro. Die Dividende wurde gestrichen. Nachdem dies vor gut einem Monat bekannte wurde, brach der Aktienkurs ein. Der Konzern hat rund 56 000 Mitarbeiter.

qu/ml (dpa, rtr)

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