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Deutschland

Behörden schließen Moschee in Hamburg

Sicherheitsbehörden haben eine Hamburger Moschee geschlossen und deren Trägerverein verboten. Die frühere Al-Quds-Moschee war als Treffpunkt der Attentäter des 11. September bekannt geworden.

Ein Passant geht am Montag, 9. August 2010, in Hamburg an der mit polizeilichen Siegeln versehenen Tuer der ehemaligen Al-Quds-Moschee vorbei. Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) hat am Montag den Deutsch-Arabischen Kulturverein Taiba verboten, wie die Behoerde mitteilte. Auch die ehemalige Al-Quds-Moschee am Steindamm wurde sofort geschlossen, sie heisst inzwischen Taiba-Moschee und wurde von dem Verein getragen (Foto: APN)

Spukhaus am Steindamm? Die geschlossene Taiba-Moschee

Zugriff im Morgengrauen: Die Hamburger Sicherheitsbehörden haben am Montag (09.08.2010) die "Taiba-Moschee" im Hamburger Stadtteil St. Georg geräumt und versiegelt. Zugleich wurde der Trägerverein "Taiba - Arabisch-Deutscher Kulturverein" mit sofortiger Wirkung verboten. Vereinsräume und Wohnungen führender Mitglieder wurden durchsucht und das Vereinsvermögen beschlagnahmt.

Ein polizeiliches Siegel klebt am Montag, 9. August 2010 in Hamburg an der Tuer der ehemaligen Al-Quds-Moschee. Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) hat am Montag den Deutsch-Arabischen Kulturverein Taiba verboten, wie die Behoerde mitteilte. Auch die ehemalige Al-Quds-Moschee am Steindamm wurde sofort geschlossen, sie heisst inzwischen Taiba-Moschee und wurde von dem Verein getragen (Foto: AP)

Geschlossen und versiegelt: Die Tür der ehemaligen Al-Quds-Moschee

"Wir haben diesen Verein radikaler Extremisten verboten und damit dem verfassungsfeindlichen Treiben in der Moschee ein Ende gesetzt", sagte Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU). Die Moschee habe sich zu einem Dreh- und Angelpunkt der dschihadistischen Szene entwickelt, so der Senator. Nun habe "der Spuk hinter den Mauern am Steindamm endlich ein Ende", sagte Ahlhaus gegenüber Pressevertretern. Zugleich betonte er, dass sich die Maßnahme nicht gegen die Mehrheit der friedliebenden und rechtstreuen Muslime in Hamburg richte.

Behörden: Moschee Hauptanziehungsort Islamisten

Bereits nach den Anschlägen des 11. September 2001 war die "Taiba-Moschee" unter ihrem früheren Namen "Al-Quds-Moschee" in den Blickpunkt der Behörden gerückt - und schließlich weltweit bekannt geworden. In dem Gebetshaus am Steindamm waren Mohammed Atta und weitere New Yorker Attentäter der "Hamburger Zelle" zusammengekommen. 2008 wurde die Moschee in "Masjid-Taiba" umbenannt.

Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) spricht am Montag, 9. August 2010, in Hamburg auf der Pressekonferenz zum Verbot des Arabisch-Deutschen Kulturvereins Taiba und der Schliessung der ehemaligen Al-Quds-Moschee. Die ehemalige Al-Quds Moschee am Steindamm heisst inzwischen Taiba-Moschee und wurde von dem Verein getragen. (Foto: AP)

"Verfassungsfeindlichem Treiben ein Ende gesetzt": Innensenator Ahlhaus

Laut Behördenvertretern hätten jüngste Ereignisse erneut gezeigt, dass sich die vom Verein abgehaltenen Schulungen, Predigten und Seminare, ebenso wie die auf der Homepage des Vereins veröffentlichten Texte, gegen die verfassungsmäßige Ordnung richten. Diese Aktivitäten hätten Zuhörer und Leser radikalisiert. Als Fanal für das Verbotsverfahren bezeichnete der Leiter der Hamburger Anti-Terror-Koordinierungsstelle, Lothar Bergmann, die Festnahme einer Gruppe von Dschihadisten aus Hamburg im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet im März 2009. Gegen die Männer ermittelt inzwischen die Bundesanwaltschaft.

Autor: Sven Töniges (dpa, kna, rtr)

Redaktion: Ina Rottscheidt

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