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Aktuell Deutschland

Behörden lassen mutmaßliche NSU-Unterstützer frei

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der sogenannten Zwickauer Neonazi-Zelle freigelassen. Die Haftbefehle wurden aufgehoben. Einer der Männer hatte zuvor ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Die überraschende Nachricht aus Karlsruhe bedeutet nicht, dass die beiden Männer unschuldig sind. Denn sie müssen - ebenso wie ein bereits in der vergangenen Woche freigelassener Verdächtiger - sehr wohl mit einer Anklage rechnen. Wann diese eingereicht wird, will die Bundesanwaltschaft aber erst nach Abschluss der Ermittlungen entscheiden.

Bei den beiden Männern handelt es sich der Erklärung der Anklagebehörde zufolge um Carsten S. und Matthias D.. Carsten S. habe ein umfangreiches Geständnis abgelegt und es gebe keine Fluchtgefahr mehr. Bei Matthias D. hätten sich die Verdachtsmomente als nicht stichhaltig genug erwiesen.

Die Bildkombo mit Polizeifotos zeigt undatierte Porträtfotos von acht der zehn Mordopfer

Acht der zehn Opfer der Mordserie

Die Zwickauer Zelle - auch bekannt als "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) - wird für die Morde an neun Geschäftsleuten ausländischer Herkunft und einer Polizistin verantwortlich gemacht. Von dem Trio sitzt Beate Zschäpe in Haft, ihre beiden Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt fand die Polizei im November tot in einem ausgebrannten Wohnmobil.

Der mutmaßliche Unterstützer Carsten S. ist laut Bundesanwaltschaft weiter dringend verdächtig, den NSU-Mitgliedern zusammen mit einem weiteren Beschuldigten die Tatwaffe besorgt zu haben. Damit habe er sich der Beihilfe zum Mord schuldig gemacht.

Die Bildkombo zeigt Fahndungsbilder der Mitglieder der rechtsextremistischen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), Uwe Mundlos (l. ), Beate Zschaepe (m.) und Uwe Boehnhardt (oben r.) Foto: BKA/apd

Die Täter: Das NSU-Trio aus Zwickau

Nachdem das Zwickauer Trio aufgeflogen und aufgrund eines Bekennervideos auch eindeutig mit den Morden in Verbindung gebracht werden konnte, standen die Ermittlungsbehörden unter erheblichem Druck: Einen rechtsextremen Hintergrund hatte man während der Fahndung lange nicht in Betracht gezogen. In Berlin ist ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss des Bundestages dabei, die politischen Verantwortlichkeiten zu beleuchten.

ml/sti (dpa, dapd, afp)