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Bayern

Behörden: 18 Tote nach Busunfall in Oberfranken

Insgesamt saßen 48 Menschen in dem Bus auf der A 9 im Landkreis Hof. Das Fahrzeug brannte völlig aus. Viele der älteren Fahrgäste schafften es nicht mehr, sich in Sicherheit zu bringen.

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Schweres Busunglück auf der A9 in Bayern

Wie das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof am Montag mitteilten, handelt es sich bei den Toten um Frauen und Männer im Alter von 66 bis 81 Jahren. Unter den Toten sei auch der Fahrer des Busses. Spezialisten der Rechtsmedizin und des Bundeskriminalamtes sollen nun die Identifizierung übernehmen. Zudem wurden 30 Menschen verletzt, mehrere von ihnen schwer. Eine Polizeisprecherin sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass sich zwei Menschen in Lebensgefahr befänden. Bei den Businsassen handelt es sich um eine Seniorengruppe aus Sachsen. 

Das ausgebrannte Fahrzeug ist nur noch ein Gerippe. Auch Vertreter der Staatsanwaltschaft kamen an die Unfallstelle auf der Autobahn A 9 bei Münchberg im Landkreis Hof.

Wegen der großen Hitze bei dem Brand befinde sich nichts Brennbares mehr in dem Buswrack, entsprechend schwierig sei die Suche nach den sterblichen Überresten, erläuterte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Zusammen mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann war er zur Unglücksstelle gekommen, um sich persönlich ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung zu machen.  Außerdem sei noch völlig unklar, wieso der Bus so schnell völlig ausbrennen konnte, erläuterte Dobrindt.

Großeinsatz der Rettungshubschrauber auf der A 9 (Foto: picture-alliance/dpa/News5/Fricke)

Großeinsatz der Rettungshubschrauber auf der A 9

Der Reisebus war gegen sieben Uhr im Stau auf einen vor ihm fahrenden Sattelzug aufgefahren und danach in Flammen aufgegangen. Der Polizei zufolge befanden sich 46 Fahrgäste und zwei Fahrer in dem Bus, bei den Reisenden habe es sich um ältere Menschen aus der Oberlausitz und dem Raum Dresden gehandelt. Fraglich war, ob der Sattelzug stand oder langsam fuhr. Angaben der "Frankenpost", laut denen der Lastwagen Betten und Kissen geladen hatte, wollte die Polizei zunächst nicht bestätigen. Außer dem Bus brannte auch der Anhänger des Lasters vollständig aus.

Am Unfallort waren zahlreiche Rettungskräfte von Feuerwehren, Polizei und Technischem Hilfswerk im Einsatz. Auch mehrere Hubschrauber waren vor Ort.  Die A 9 wurde im Bereich der Unfallstelle zunächst in beiden Fahrtrichtungen gesperrt, es entwickelten sich lange Staus. Die Sperrung in Fahrtrichtung Berlin wurde nach mehreren Stunden wieder aufgehoben, die Sperrung in Richtung Nürnberg sollte voraussichtlich den ganzen Tag andauern. Lange Staus auch auf den Umgehungsstraßen sind die Folge.

Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte "mit großer Bestürzung" auf die Katastrophe. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich betroffen: "Zu diesem Zeitpunkt kann ich nur sagen, dass wir mit den Angehörigen mitfühlen und denjenigen, die verletzt sind, möglichst baldige und vollständige Genesung wünschen", sagte Steinmeier bei seinem Antrittsbesuch als Bundespräsident in Baden-Württemberg. 

Die Polizei hat eine zentrale Telefonnummer für Angehörige eingerichtet. Sie lautet 0800-7766350. Auch mögliche Zeugen können sich hier melden. 

sti/se (afp, dpa)
 

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