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Behältnis

Es wimmelt in unserem Leben von Behältnissen. Kisten, Kasten und Kartons helfen uns nicht nur beim Wohnungswechsel. Ohne Wannen, Kannen und Pfannen wären wir schmutzig, durstig und hungrig.

„Mund auf und Augen zu“. Das sagen die Eltern ihren Kindern gerne beim Essen. Sie sagen das nicht nur, um den Nachwuchs bei guter Laune zu halten – nein, sie hoffen auch, dass die Kleinen sich auf diese Weise besser füttern lassen. Den Inhalt des Tellers umzufüllen in den Mund des Kindes, ist oftmals ein Zeit und Geduld raubendes Vorhaben. Da sind kleine Tricks schon einmal erlaubt.

Der Mund ist ein Behälter. Was er bekommt, behält er – vorausgesetzt, man lässt ihn geschlossen. Und weil alle Eltern sich wünschen, dass ihr Kind die Nahrung bei sich behält, wenden sie gleich noch einen Trick an. Sie bringen den Kindern bei, während des Essens nicht zu sprechen und überhaupt den Mund geschlossen zu halten. "Der Mensch ist ja schließlich kein Auslaufmodell", mögen sich die Anhänger traditioneller Erziehungsmethoden denken.

Der tiefe Fall

Dabei wird schnell übersehen: Behältnisse müssen sich öffnen lassen, denn der Inhalt ist, was zählt. Meistens wird oben geöffnet, denn unten da liefe oder fiele allzu leicht alles raus. Manche Behältnisse sind der Einfachheit halber oben gleich ganz offen, zum Beispiel der Korb. Körbe lassen sich leicht füllen und sind ein äußerst praktisches Mittel, um darin die unterschiedlichsten Dinge zu befördern.

Doch Vorsicht! Einen Korb zu bekommen, kann auch sehr schmerzhaft sein. Im übertragenen Sinne bedeutet das nämlich eine harte Absage auf ein zartes Liebeswerben. Früher wurden unerwünschte Anbeter in einem schadhaften Korb zum Gemach der Geliebten hinauf gezogen. Die Ärmsten litten also doppelt. Zu dem Schmerz der Seele gesellte sich nach dem harten Aufprall auf dem Boden (der Tatsachen) auch noch der körperliche Schmerz.

Rund und freundlich

Jetzt aber zu den erfreulichen Gefäßen. Da ist zum Beispiel das Fass! Auch dieses Behältnis wird nicht unten geöffnet, allerdings auch nicht oben. Ausgerechnet an der Seite wird der Zapfhahn hinein getrieben – zumindest wenn sich im Inneren des bauchigen Gefäßes Bier befindet.

Und kaum ist es geöffnet, sieht nicht mehr nur das Fass sehr rund und freundlich aus, sondern mit ihm gleich die ganze Welt. "Mund auf, Augen zu" – und „Prost“ heißt es dann oder "Cheers" und "A la santé". Trinksprüche muss man nicht übersetzen, sie werden überall verstanden.

„Flakon“ und Fiasko”

Überall den gleichen Namen haben manche Behältnisse. Die Container, die beinhalten etwas, doch werden sie nicht zu Beinhaltern, zu Bewahrern, sie bleiben – in England und anderswo – Container. Die Contenance, eine Anleihe aus dem Französischen, bleibt deutsch Contenance. Die Fassung wird bewahrt, behalten. Wo nicht, da war das Maß wohl voll.

Französische Behältnisse sind übrigens beliebt: das Portemonnaie und das Etui. Oder der Flakon. Geradezu hörbar tropft fein dosiert die Eleganz der fremden Sprache! „Fla-kon“. Ah. Das macht aus jedem billigen Duftwässerchen ein wohlriechendes Parfum. Hieße der Flakon jedoch Container – dann würde man gar nicht mehr wissen wollen, was in der Parfumflasche wirklich drin ist...

„Es ist noch alles drin“, ruft der Fußballtrainer, er verrät aber nicht worin, und seine Mannschaft verliert. Dumme Geschichte. Dann sagt der Trainer: „Ihr Flaschen!“ Auf Italienisch heißt Flasche „Fiasko“, und das genau hat der Trainer ja erlebt. Seine Mannschaft wurde in die Pfanne gehauen. „Nicht zu fassen“, seufzt der Trainer. Genug jetzt vom Trainer, der seine Spieler als „Flaschen“ beschimpft. Er hat es nicht so gemeint. Er hat eine harte Schale, aber einen weichen Kern.

Taschen mit Maschen

Von der Flasche ist es nur ein kleiner Schritt zur Tasche. Wenn Taschen Maschen haben, dann heißen sie Netz. Das Einkaufsnetz zum Beispiel ist ein guter Ersatz für die Einkaufstasche. In ihm lassen sich die Einkäufe nach Hause tragen – auch der Fisch, der zuvor mit dem Fischernetz gefangen wurde. Da wurde er aber schon längst herausgenommen und gründlich ausgenommen.

Nun ist er in eine alte Zeitung "eingeschlagen" und wartet friedlich auf seine Zubereitung. Dabei kann er noch froh sein. Andere Dinge kamen gar nicht erst in die Einkaufstasche hinein – sie blieben beim Händler zurück. Wäre die Einkaufstasche eine Tüte, so hätte man das mit einem „Kommt ja gar nicht in die Tüte!“ kommentieren können. Das ist übrigens eine Redewendung und besagt, dass etwas nicht in Frage kommt.

Fragen zum Text

Wo befindet sich beim Bierfass der Zapfhahn?

1. Oben

2. Unten

3. Seitlich

Welcher Begriff stammt nicht aus dem Französischen?

1. Etui

2. Flakon

3. Container

Was sagen manche Eltern ihren Kindern beim Essen?

1. Augen auf und Mund zu

2. Nicht lang schnacken, Kopf in' Nacken

3. Mund auf und Augen zu

Arbeitsauftrag

Lesen Sie den Artikel aufmerksam durch und legen ihn dann weg. Schreiben Sie dann aus dem Gedächtnis die Namen von zehn Behältnissen auf, die in dem Text vorkommen.

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