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Kultur

Begriffe der Biomedizin

In der Debatte um die ethischen Grenzen der Forschung an Stammzellen werden viele Fachbegriffe verwendet. Eine Übersicht über einige der Begriffe.

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Teilung einer Eizelle

Embryo

: im medizinischen Sprachgebrauch die Frucht in der Gebärmutter während der Zeit der Organentwicklung, also etwa vom Zeitpunkt der Einnistung (Nidation) in die Gebärmutterschleimhaut bis zum dritten Schwangerschaftsmonat. Danach spricht man vom Fetus (Fötus)

In-vitro-Fertilisation (IVF)

: künstliche Befruchtung außerhalb des Körpers.

in vitro

: außerhalb des Körpers, im Labor.

in vivo

: im Körper, im lebenden Organismus.

Klonen

: In eine entkernte Eizelle wird das genetische Material einer Körperzelle eingesetzt (künstliche Mehrlingsbildung). Es entsteht ein genetisch identischer Organismus (Tier/Mensch).

- reproduktives Klonen

: Klonen von Embryonen mit dem Ziel der Geburt eines genidentischen Individuums.

- therapeutisches Klonen

: das Erzeugen von Embryonen zu Forschungszwecken (zum Beispiel Stammzell-Gewinnung) oder langfristig zur Gewinnung genetisch identischen Zell- oder Gewebeersatzes für Kranke.

Nidation

: Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut, beim Menschen etwa am zwölften Tag nach der Empfängnis.

Pluripotenz

: Entwicklungspotenzial einer Zelle oder eines Gewebes, sich unter geeigneten Bedingungen in mehr als einen Zell- oder Gewebetyp differenzieren zu können.

Präimplantationsdiagnostik (PID)

: die Untersuchung künstlich erzeugter menschlicher Embryonen im frühen Entwicklungsstadium (acht Zellen) auf Erbkrankheiten.

Stammzellen

: Zellen, die sich durch Zellteilung selbst erneuern und in einzelne oder mehrere Zelltypen ausreifen können.

- adulte Stammzellen

: Stammzellen aus dem Gewebe von Erwachsenen. Bei ihrer Gewinnung werden keine Embryonen "verbraucht", ihre Verwendung gilt deshalb als unbedenklich. Aus ihnen können zahlreiche Zelltypen gezüchtet werden. Bei Transplantationen gezüchteten Gewebes könnten adulte Stammzellen den Vorteil aufweisen, als körpereigenes Gewebe nicht abgestoßen zu werden.

- embryonale Stammzellen

: Stammzellen aus Embryonen im sehr frühen Entwicklungsstadium. Sie können sich zu unterschiedlichen Zell- und Gewebearten entwickeln. Durch die Entnahme werden die Embryonen "verbraucht", also getötet. Deshalb ist die Gewinnung von embryonalen Stammzellen ethisch problematisch und in Deutschland verboten. Wissenschaftler wollen mit embryonalen Stammzellen arbeiten, um ihre Eigenschaften im Vergleich zu adulten Stammzellen kennen zu lernen.

Stammzell-Linie

: Stammzellen, die in Nährmedien über längere Zeiträume kultiviert werden können und sich durch bestimmte Merkmale und Zellfunktionen auszeichnen.

Totipotenz

: die Begriffe Totipotenz und Pluripotenz werden in der Naturwissenschaft nicht einheitlich verwendet. In der klassischen Embryologie wird die Totipotenz als die Fähigkeit einer Zelle verstanden, sich zu einem ganzen Individuum zu entwickeln. In der Forschung an embryonalen Stammzellen der Maus versteht man unter Totipotenz die Fähigkeit embryonaler Maus-Stammzellen, sich nach der Injektion in fremde Embryonen im frühesten Entwicklungsstadium (Blastozysten) an der Bildung aller Gewebe einschließlich der Keimbahn zu beteiligen. epd/(pg)