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Deutschland

Begrenzte Karrierechancen für Frauen

Ein weiblicher Papst, eine katholische Pfarrerin? Undenkbar! Nach katholischem Kirchenrecht sind bestimmte Ämter für Frauen tabu. Dennoch arbeiten viele Frauen hauptberuflich auch in Führungspositionen in der Kirche.

Frauen müssen in die Entscheidungen innerhalb der katholischen Kirche viel stärker einbezogen werden. Das fordern Laien, also Kirchenmitglieder, die nicht hauptamtlich in der Kirche arbeiten, schon lange. Nach christlicher Tradition spielt das weibliche Geschlecht eine zwar wichtige, aber den Männern untergeordnete Rolle. Die Gründe hierfür finden sich im Neuen Testament, erklärt Kordula Montkowski. Sie arbeitet als Pastoralreferentin in der Kirchengemeinde St. Lambertus in Mettmann bei Düsseldorf und ist sozusagen die rechte Hand des Pfarrers in der Gemeinde. "In der katholischen Kirche ist das Priesteramt nur für nicht verheiratete Männer vorgesehen. Die Priester stehen ja in der Nachfolge der Apostel und das waren eben auch ausschließlich Männer.“

Kommunion, Jugendfreizeit, Nachhilfe

Pastoralreferentin Kordula Montkowski der Katholischen Kirchengemeinde St. Lambertus in Mettmann sitzt im Büro und telefoniert. copyright: Kirchengemeinde St.Lambertus zugeliefert von: Peter Kolakowski

Hat alle Fäden fest in der Hand, Pastoralreferentin Kordula Montkowski

Dennoch gebe es eine Menge Möglichkeiten für Frauen in der katholischen Kirche und Beispiele, wo sie wichtige Ämter und Posten übernehmen, betont Kordula Mantkowski. "Die Arbeit von Pastoralreferentinnen ist sehr vielfältig. Ich bereite Kinder auf die Erstkommunion vor und bin für die Jugendarbeit zuständig. Außerdem bereite ich Messen vor und übernehme die Katechese. Das heißt, ich bringe den Heranwachsenden die Botschaft der Bibel auf verständliche Weise näher.“

Kordula Montkowski ist selbst in einer Pfarrgemeinde groß geworden und in die Jugendarbeit hineingewachsen. Früh hatte sie den Wunsch, Theologie zu studieren und Pastoralreferentin zu werden. Es war ihr wichtig, Glauben und Beruf zu verbinden. Dass ihr bestimmte Ämter in der Kirche verschlossen bleiben würden, hielt sie nicht ab. "Jetzt mache ich genau das, was ich will.", sagt die Pastoralreferentin. Als Priester wäre ihr das allein aus Zeitgründen gar nicht möglich. "Da wäre ich viel weiter weg von den Menschen.", erklärt die junge engagierte Frau. "Das ist vielleicht ein Vorteil als Frau in einer Kirche, die als Männerkirche gilt. Da werden die wenigen Frauen von den Menschen in der Gemeinde viel mehr wertgeschätzt. Die freuen sich, dass ich im Pastoralteam bin.“

Die Kirche St. Lambertus in Mettmann (NRW) wird von außen gezeigt, bei strahlend blauem Himmel; Copyright: Kirchengemeinde St. Lambertus

Die Kirche der St. Lambertus Gemeinde

Bischöfe wollen mehr Frauen in Kirchenberufen, aber…

Das neue kirchliche Gesetzbuch, das Ende 1983 in Kraft trat, hat die meisten rechtlichen Diskriminierungen der Frauen beseitigt. Fast alle Bestimmungen, die den Frauen eine mindere Rechtsstellung gaben, sind weggefallen. Viele Ämter in der katholischen Kirche stehen den Frauen offen, Priester und Diakon können sie jedoch nicht werden.

Und das, obwohl sogar die Päpstliche Bibelkommission bereits 1976 feststellte, in der Bibel gebe es kein Argument, das ein Verbot zur sakramentalen Weihe für Frauen zum Bischofs- oder Priesteramt rechtfertige. Die Heilige Schrift beschreibt auch, auf welche Weise Frauen herausragende Führungspersönlichkeiten in der Gefolgschaft Jesu und im frühen Christentum waren. Es gebe, so betonen kritische Kirchenexpertinnen, keinen Grund, Frauen vom Priesteramt auszuschließen, aber jeden Grund, sie einzubeziehen.

Pastoralreferentin Kordula Montkowski spricht mit einem Gemeindemitglied. copyright: Kirchengemeinde St.Lambertus zugeliefert von: Peter Kolakowski

Die Gemeindemitglieder freuen sich über eine Frau im Pastoral-Team

Nicht nur innerhalb der Amtskirche, auch in den Gemeinden wird derzeit wieder stärker über die Lebenssituation von Frauen in der Gesellschaft diskutiert. Es geht dabei um mangelnden Einfluss in Leitung und Amt, aber auch um fehlende Entscheidungsbefugnis in der Kirche. Vor allem die Gemeindemitglieder wünschen sich noch mehr Möglichkeiten, dass Frauen gezielter und aktiver besonders mit Führungspositionen betraut werden.

Kirche muss wieder glaubwürdiger werden

Für das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, ZdK, der Dachverband der katholischen Laien, kann die Kirche nur dann glaubwürdig sein, wenn sie das proklamierte Ziel der Gleichberechtigung auch umsetzt. Hierzu gehört, dass die katholische Kirche nicht nur das Diakonat, sondern irgendwann alle kirchliche Ämter für Frauen öffnet - letztlich auch, um dem steigenden Mangel an männlichen Priestern auszugleichen.