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Nahost

Begeisterung für die Irak-Wahl

Mit mehr als 60 Prozent liegt die geschätzte Wahlbeteiligung im Irak höher als erwartet. International wird die mutige Abstimmung der Bevölkerung begrüßt. Doch sie gilt nur als Anfang des Demokratieprozesses im Land.

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Stimmen zählen im Irak: Das Ergebnis liegt frühestens eine Woche nach der Wahl vor

Millionen Iraker haben bei den ersten Wahlen seit dem Sturz Saddam Husseins dem Terror getrotzt und ihre Stimme für ein Übergangsparlament abgegeben. Die zentrale Wahlkommission schätzte die Beteiligung am Sonntagabend (30.1.2005) auf über 60 Prozent, obwohl viele Sunniten einem Aufruf ihrer Führer zum Boykott des Urnengangs gefolgt waren. International wurde der Wahlverlauf mit großer Zufriedenheit aufgenommen. Bei blutigen Anschlägen am Wahltag starben über 30 Menschen.

Warten auf die Stimmabgabe

Bereits in den ersten Stunden nach Öffnung der Wahllokale standen die Menschen in den Schiitenregionen und im Kurdengebiet im Norden Schlange. In der als "Dreieck des Todes" bekannten Region südlich von Bagdad und anderen Gebieten mit sunnitischer Bevölkerungsmehrheit blieben dagegen viele Wahllokale geschlossen.

Spezialbild zur Irakwahl

Schlange stehen vor einem Wahllokal in Bagdad

Nach Einschätzung von Wahlbeobachtern verlief der Urnengang zur verfassungsgebenden Übergangs-Nationalversammlung weitgehend fair. Auch mindestens 90 Prozent der registrierten Auslandsiraker beteiligten sich an der Wahl, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte. Von den rund 26.000 in Deutschland registrierten Irakern gaben nach IOM-Angaben etwa 95 Prozent ihre Stimme ab.

"Geschichte geschrieben"

Iraks Regierungschef Ijad Allawi bezeichnete die Wahl als "Beginn einer neuen Ära". Außenminister Hoschjar Sebari erklärte, mit dem Urnengang sei "Geschichte geschrieben" worden. US-Präsident George W. Bush lobte die Wahlen am Sonntag in Washington als "große und historische Leistung". Dennoch werde die Gewalt im Irak vorerst andauern, warnte er. UN-Generalsekretär Kofi Annan erklärte, die Wahl sei ein "erster Schritt in einem demokratischen Prozess".

Irakische Frau mit Kind und Stimmzettel

Mit Kind und Kegel ins Wahllokal

Die EU hat die Abstimmung begrüßt. "Trotz der vielen anstehenden Schwierigkeiten bedeuten die Wahlen einen Fortschritt in Richtung eines demokratischen, freien und friedlichen Iraks", erklärte der Beauftragte für die gemeinsame Sicherheits- und Außenpolitik der EU, Javier Solana, am Sonntagabend in Brüssel. Er beglückwünschte die Iraker, die Mut und Entschlossenheit gezeigt hätten. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sprach von einem "Meilenstein" für den Irak. Die NATO werde ihre Unterstützung beim Aufbau und der Ausrüstung irakischer Sicherheitskräfte verstärken.

Erste Zahlen lassen auf sich warten

Rund 14,2 Millionen registrierte Wähler waren aufgerufen, erstmals seit 1953 in einer Mehrparteienwahl eine Nationalversammlung für den Irak zu bestimmen. Außerdem wurden 18 Provinzräte und ein autonomes Parlament für das Kurdengebiet gewählt. Mit dem Endergebnis rechnet die Wahlkommission zehn Tage nach der Wahl, ein vorläufiges Ergebnis soll es am ersten Februar-Wochenende geben. (kap)

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