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Kultur

Beethovenfest eröffnet "very british"

Große Stars und berühmte Orchester sind zu Gast in Bonn. Das diesjährige Beethovenfest soll nichts Geringeres als ein Fest der Superlative werden. Nach dem ersten Wochenende war klar: Der Auftakt ist gelungen.

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Das Beethovenfest in Bonn

Von delikat bis wuchtig strömte der Klang von der Bühne als Sir John Eliot Gardiner am Samstag (06.09.2014) die Eröffnung des Bonner Beethovenfests leitete. Die Beethovenhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Auf dem Programm standen keine Werke des Namensgebers des Festivals, sondern Schumann und Mendelssohn Bartholdy. Von Letzterem erklangen die Konzertouvertüre "Meeresstille und glückliche Fahrt" und die "Reformations-Symphonie", bei der die Streicher des London Symphony Orchestras stehend spielten. Das ist heutzutage höchst ungewöhnlich für ein Sinfoniekonzert, war jedoch bis ins 20. Jahrhundert hinein eine weit verbreitete Praxis - und kein Geheimnis für den Dirigenten. Schließlich ist er Experte der historischen Aufführungspraxis, Präsident des Leipziger Bacharchivs und Autor mehrerer Bücher über Musik.

Dirigent Andris Nelsons

Dirigent Andris Nelsons

Gardiner ist nur einer von vielen Stars der Klassikszene, die beim diesjährigen Beethovenfest auftreten. Vier Wochen lang ist Bonn – musikalisch gesehen – gleichzusetzen mit New York, Berlin, London oder Wien. Die Münchner Philharmoniker, das Rotterdams Philharmonisch Orkest, das Mahler Chamber Orchestra und angesagte Dirigenten wie Yannick Nézet-Séguin oder die Brüder Paavo und Kristjan Järvi sind beim Beethovenfest dabei.

Davis: "Es ist etwas Besonderes, Beethoven in Bonn zu spielen"

"Wir haben eine starke Verbindung zu Bonn," sagte Garreth Davis, Solo-Flötist beim London Symphony Orchestra. "Ich bin hier mit dem Orchester jetzt zum fünften Mal. Es fühlt sich wie eine Heimkehr an. Es ist immer etwas Besonderes, Beethoven in Bonn zu spielen, und das Publikum kennt sich gut aus. Beethoven kann man hier kaum aus dem Weg gehen."

Festivalbesucher, die Beethovens Musik zur Eröffnung des diesjährigen Fests vermissten, kamen am zweiten Abend auf ihre Kosten, als ein weiteres Spitzenensemble aus Großbritannien - das City of Birmingham Symphony Orchestra – seine ersten drei Sinfonien spielte. Der Dirigent, Andris Nelsons, faszinierte mit äußerst flüssiger Gestik und spürbarer Freude am Musizieren visuell wie akustisch.

Public Viewing beim Beethovenfest 2014

Public Viewing beim Beethovenfest 2014

Der 35-jährige Lette Andris Nelsons hat in diesem Jahr die Mammutaufgabe, alle neun Beethoven-Sinfonien an vier aufeinander folgenden Abenden zu dirigieren. Die Aufführung in der Beethovenhalle wurde diesmal live auf den Bonner Marktplatz übertragen und von hunderten Besuchern verfolgt: Sie lauschten andächtig, stehend oder mit einem Glas Wein auf Hockern sitzend. Das "Public Viewing" und wurde vom Beethovenfest in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle realisiert.

Ein Jahr der Zyklen

Es ist das Jahr der Zyklen beim Beethovenfest, das bis zum 3. Oktober fast enzyklopädisch vorgeht: sämtliche Sinfonien, Klavierkonzerte, Violinsonaten und – als Abschluss eines dreijährigen Projekts – Streichquartette des Komponisten stehen auf dem Programm. Letztere spielt das berühmte Borodin Quartett aus Russland. Da Ludwig van Beethoven die Musikgeschichte wie kaum ein anderer Komponist beeinflusste, fällt es den Programmgestaltern nicht schwer, auch andere Musik auf das Programm zu setzen: Klassik, Romantik, zeitgenössische Werke bis hin zu Jazz und Techno und Clubmusik mit klassischen Instrumenten.

Das Fest ist mit einem Gesamtetat von rund fünf Millionen Euro ausgestattet und wird zu gut einem Drittel aus öffentlichen Zuwendungen finanziert, davon trägt die Stadt Bonn den Löwenanteil. Für Bürgermeister Jürgen Nimptsch ist das eine Selbstverständlichkeit, wie er der DW erklärte: "Klassische Musik, Theater, Oper - das gibt es in vielen Städten Deutschlands. Aber wir haben nur einen Beethoven, er ist wohl der berühmteste Komponist weltweit. Er kommt für uns an erste Stelle. Und da gibt es einen starken Rückhalt bei den Bürgern der Stadt."

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