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Musik

Beethoven und mehr 2011 Podcast #9: Zwischen Leidenschaft und Ruhe

Beethovens Sonate op. 47, die sogenannte "Kreutzer-Sonate", gilt als eine der berühmtesten Kammermusikwerk. Es regte Lew Tolstoi zu einer Novelle an und inspirierte Leoš Janáček zu seinem gleichnamigen Streichquartett.

Itamar Golan am Klavier

Itamar Golan liebt an der Kreutzer-Sonate vor allem diesen konzertanten Charakter.

Ludwig van Beethoven

Sonate Nr. 9 für Klavier und Violine in A-Dur, op. 47 ("Kreutzer-Sonate"), 2. Satz: Andante con variationi (I-IV)
Julian Rachlin, Violine
Itamar Golan, Klavier
MP3 aufgenommen im Kammermusiksaal des Beethovenhauses am 19. September 2011 von der Deutschen Welle (DW)

Als sich 1803 der britische Geiger George Bridgetower und Beethoven kennenlernten und anfreundeten, begann der Komponist unverzüglich für seinen Freund eine hochvirtuose Geigensonate zu schreiben. Doch noch vor der Drucklegung gerieten die beiden Heißsporne in Streit (angeblich wegen eines Mädchens) - und Beethoven widmete das Werk kurzerhand dem französischen Geiger Rodolphe Kreutzer, der die Sonate übrigens niemals spielen sollte, weil sie ihm allzu unverständlich und unspielbar erschien. Entstanden jedenfalls ist ein Werk, dass die Grenzen einer Violinsonate fast sprengt, ein ausgesprochen konzertantes Werk, wie Beethoven im Untertitel betont: "Scritta in uno stile molto concertante, quasi come d’un concerto." ("Geschrieben in einem sehr konzertanten Stil, quasi wie ein Konzert").

"Bei der Kreutzer-Sonate liebe ich vor allem diesen konzertanten Charakter", erklärt Itamar Golan. "Da sind zwei Mann auf der Bühne und spielen ein ganzes Konzert für Violine und Klavier. Ohne Orchester. Eigentlich unvorstellbar.“ Und für beide, für Itamar Golan und Julian Rachlin, spielt hier nicht so sehr die Virtuosität und Leidenschaft der Ecksätze die Hauptrolle, wichtig ist ihnen besonders der beinahe meditative Variationensatz, der zwar Leichtigkeit und Ruhe ausstrahlt, den Beethoven aber auch mit vielen Synkopen und Trillern "würzt".

Autorin: Marita Berg
Redaktion: Hanna Grimm