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Musik

Beethoven und mehr 2011 Podcast 27: Gezeitenwechsel

Die Variationen über ein Kinderlied aus der Feder Ernst von Dohnányi stecken voller Kontraste und Überraschungen.

Personen betrachten den Sternenhimmel

Ernst von Dohnányi
Variationen über ein Kinderlied für Klavier und Orchester op. 25
Jenö Jandó, Klavier
Dohnányi Orchester Budafok
Dirigent: Gábor Hollerung
MP3 aufgenommen am 1. Oktober 2011 in der Universität zu Bonn von der Deutschen Welle (DW)


Das Beethovenfest 2011 stand ganz im Zeichen von Franz Liszt und Musik aus seiner ungarischen Heimat. Grund genug also, das junge begeisterungsfähige Dohnányi Orchestra Budafok zu diesem Konzert einzuladen - auch um den Tag der Deutschen Einheit mitzufeiern. Schließlich hatte Ungarn beim Fall des Eisernen Vorhangs eine Schlüsselrolle inne. Im Frühjahr 1989 öffneten ungarische Reformer und Aktivisten die abgesperrte Grenze nach Österreich. Das führte zu ersten Rissen in der Grenze, die bis dahin West- und Osteuropa trennte und legte den Grundstein für den Fall der Berliner Mauer und die Wiedervereinigung.

"Es macht uns stolz, dass wir den Mut hatten, die Dinge anzustoßen” sagte Dirigent Gabór Hollerung. "Aber niemand hätte damals gedacht, dass sich alles so schnell verändern würde." Das Festprogramm am 3. Oktober würdigte vor allem die Musik aus Hollerungs Heimat, darunter ein Werk des Komponisten Ernst von Dohnányi, Namensgeber des jungen Orchesters. Der Name "Budafok" entstammt dem Budapester Stadtteil Budafok-Teteny.

Dohnányis temperamentvolle "Variationen über ein Kinderlied" erinnern ein bisschen an die Gezeitenwechsel der Weltgeschichte: Die Stimmungen in der Musik schwanken zwischen fröhlich verspielten und sogar banalen Momenten bis hin zu dramatischen und geheimnisvollen Passagen. Das Werk zitiert ein Sammelsurium unterschiedlichster Kompositionen, darunter Kodálys "Wiener Spielwerk" aus der Märchensuite Hary-Janos, Beethovens drittes Klavierkonzert und das Kinderlied "Ah, vous dirai-je, Maman". Der Pianist Jenö Jandó erweckt alle diese Variationen kunstvoll zum Leben.

Autor: Greg Wiser/ sc
Redaktion: Rick Fulker

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