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Musik

Beethoven komponiert Klimapolitik

Der große Komponist ein Umweltschützer? Auf der Weltklimakonferenz wurde gerade das "Beethoven Pastoral Project" zum Beethovenjahr 2020 bekannt gegeben. Ausgangspunkt ist die Naturliebe in der 6. Sinfonie.

Ludwig van Beethoven lebte im frühen Industriezeitalter. Schon damals erregten die Abgase von Dampfmaschinen oder verschmutztes Trinkwasser die Gemüter seiner Zeitgenossen. Auch über Lärmbelästigung – etwa durch Pferdekutschen auf Kopfsteinpflaster – wurde geklagt, und betuchte Wiener zahlten viel Geld, um ein paar Stunden an einem ruhigen Ort zu verbringen.

Beethoven selber war Naturliebhaber, unternahm ausgedehnte Wanderungen in der Landschaft um Wien und spielte mit dem Gedanken, seinen Wohnsitz aufs Land zu verlegen.

Von seiner großen Liebe zur Natur legt Beethovens Sinfonie Nr. 6 Zeugnis ab. Die sogenannte "Pastorale" strotzt nur so von Naturklängen – vom sanften Plätschern des Bachs, von Vogelgezwitscher, aber auch von heftigen Gewitter. Um seine Naturverbundenheit klar auszudrücken, lieferte der Komponist eindeutige Satzbezeichnungen, wie "Szene am Bach" oder "Gewitter und Sturm".

"Es lag nichts näher, als ein Projekt zu entwickeln, das auf diesem Stück basiert", sagte der Musikologe Luis Gago bei der Vorstellung des "Beethoven Pastorale-Projekts"beim Weltklimagipfel COP 23 in Bonn. "Es ist ein Portrait der Natur mit ihrem unermesslichen Reichtum und ihrer Vielfalt". Ab dem 15. November ruft das Projekt Musiker weltweit dazu auf, sich Gedanken zur heutigen Klimapolitik zu machen und an Kunstaktionen teilzunehmen.

Künstler aller Genres gefragt

Die Aktion "lädt Künstler aller Sparten ein, Musik zu spielen, die in Verbindung mit Beethovens Pastorale-Sinfonie steht", sagte Christian Lorenz, Künstlerischer Leiter der Beethoven Jubiläums Gesellschaft mbH. "Gleichzeitig sollen sie ihren Standpunkt zum Naturschutz und zur nachhaltigen Entwicklung erklären."

Beethoven / Waldmüller (picture-alliance/akg-images)

Beethoven wechselte die Wohnung unzählige Male, schaffte das Landleben jedoch nicht

Die Künstler sollen sich vernetzen und außerdem ihre kreativen Erfahrungen auf der Projekt-Webseite miteinander austauschen. Ihre Beteiligung zugesagt haben bereits der chinesische Komponist und Dirigent Tan Dun, der amerikanische Musiker und Komponist Uri Caine, der deutsche Jazzmusiker Gregor Hübner, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und sein Chefdirigent Paavo Järvi sowie das Beethoven Orchester Bonn und sein Chefdirigent Dirk Kaftan.

Das Projekt findet in zwei Arbeitsphasen statt. Vom 5. Juni 2018 bis zum 5. Juni 2020 sollen Orchester sowie Musiker aller Genres, Künstler, Filmemacher und Umweltaktivisten ihre eigene schöpferische Interpretation der "Pastorale-Sinfonie" ausarbeiten und sich auf der Webseite zum Thema Umweltschutz äußern.

Am 5. Juni 2020, dem sogenannten "Pastoral Day", der auch der Weltumwelttag der UN  ist und in das Jahr von Beethovens 250. Geburtstag fällt, sollen möglichst viele Aufführungen der Pastorale-Sinfonie weltweit stattfinden. Dokumentiert wird das Projekt von der Deutschen Welle, die besonders kreative Beiträge im Rahmen des Projekts in einem Film zusammenfassen wird.

Zu den weiteren Partnern gehören das UN-Klimaschutz-Sekretariat UNFCCC, das Beethovenhaus, Beethovenfest und Beethoven Orchester Bonn.

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