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Kultur

Beethoven blickt nach Böhmen

Das Beethovenfest in Bonn hatte zwar einen holprigen Anlauf, doch die neue Intendantin Ilona Schmiel hat pünktlich zur Premiere alle Stolpersteine ausgeräumt. Sie setzt auf Tradition, garniert mit ein paar Neuigkeiten.

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Das Beethovenfest steht 2004 unter dem Motto "Bohemia"

Ein guter Start ist etwas anderes. Zuerst brannte das Bonner Opernhaus, wo Thomas Hampson am 8. September 2004 das Auftaktkonzert des Beethovenfests geben sollte. Dann sagte der prominente Bariton auch noch wegen einer Augenoperation ab. Die neue Intendantin Ilona Schmiel hatte aber in beiden Fällen Glück im Unglück und kann dem eigentlichen Start des Festivals am Freitag (17.9.) nun optimistisch entgegenblicken.

Motto "Bohemia"

2004 läutet den Beginn eines "neuen" Beethovenfests ein. Bis 2007 wird das Fest den europäischen Beziehungen des Komponisten nachspüren. "Bohemia" lautet das Auftaktsmotto, das den böhmisch-mährischen Kulturraum mit der Musikmetropole Prag in den Mittelpunkt rückt. Mit dem Schwerpunktthema werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Das Fest ist gleichzeitig eine Jubiläumsfeier zum 100. Todestag von Antonín Dvorák und zum 150. Geburtstag von Leos Janácek, sowie eine Huldigung an das neue EU-Mitglied Tschechien. Das Land ist durch Ensembles und einen Jazz-Schwerpunkt vertreten. Der Ausbau von Jazz-Konzerten ist eine weitere Novelle der frischen Intendantin. "Neu ist sicherlich auch eine kontinuierliche Präsenz von bestimmten Künstlern, die eine Art Residenzstatus erhalten, wie etwa Stefan Mikisch", erzählt die 37-Jährige.

Deutschland Beethovenfest Ilona Schmiel

Ilona Schmiel

Bis auf diese Ausnahmen führt Ilona Schmiel bis zum 10. Oktober jedoch das altbewährte Konzept ihrer Vorgänger fort. Viel Spielraum hat sie auch nicht, denn der Namensgeber des Fests soll und muss natürlich im Mittelpunkt stehen. Hauptsponsor und Medienpartner ist weiterhin die Deutsche Welle, die das Internationale Beethovenfest Bonn via DW-Radio, DW-TV und DW-WORLD zu einem weltweiten Ereignis machen wird.

56 Konzerte an 21 Schauplätzen

Wie gewohnt ist die Programmpalette der insgesamt 56 Konzerte vielfältig und facettenreich. Neben dem Meister Beethoven erklingen Werke von dessen heute eher weniger bekannten Kollegen wie Friedrich Benda, Adalbert Gyrowetz oder Frantisek Koczwara. Eine halbe Stunde vor vielen Konzerten finden Einführungen durch renommierte Musikwissenschaftler und Musiker statt. Darüber hinaus stehen wieder viele zeitgenössische Werke sowie mehrere Uraufführungen auf dem Spielplan.

An insgesamt 21 Schauplätzen will das Festival die mehr als 30.000 erwarteten Zuhörer in seinen Bann ziehen. Zusätzlich gibt es ein beachtliches Rahmenprogramm, das mehrere Bonner Kulturinstitutionen ins Beethovenfest integriert. Das Rahmenprogramm steht wie das gesamte Beethovenfest unter dem Motto "Bohemia". Das Beethoven-Haus dokumentiert die Tschechische Hauptstadt Prag als "Musikmetropole der Beethovenzeit". Beethoven selbst besuchte sie übrigens vier Mal. Ein zentraler Veranstaltungsraum des Rahmenprogramms ist der Post-Tower, wo ab dem 20. September bis zum Ende des Festes unter dem Motto "Beethoven in der Tower-Lounge" täglich Konzerte, Lesungen und Gespräche stattfinden.

Zur Eröffnung des Beethovenfests am 17. September spielen die Bamberger Symphoniker unter Jonathan Nott Werke von Ligeti, Janácek und natürlich auch Beethoven. Im Rahmen des Eröffnungsfests am Samstag (18.9.) werden Bonner Schüler in der Innenstadt Beethovens Musik spielen, um das Festival noch mehr im Stadtleben zu verankern. Am 10. Oktober klingt das Festival mit dem Philharmonic Orchestra London aus. Hoffentlich ohne weitere Brände oder stimmliche Ausfälle.

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