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Aktuell Deutschland

Bedford-Strohm bleibt EKD-Ratsvorsitzender

Die Evangelische Kirche in Deutschland behält ihren obersten Repräsentanten: Mit deutlicher Mehrheit wurde der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in dem Amt bestätigt. Neu ist die Frau an seiner Seite.

Bei der Synodentagung in Bremen erhielt Bedford-Strohm 124 von 125 abgegebenen Stimmen. Damit ist er weiterhin oberster Repräsentant der 22,5 Millionen deutschen Protestanten. Der lutherische Theologe sagte im Anschluss an die Abstimmung, er sei "völlig überwältigt" von dem Wahlergebnis, das ihm "riesigen Rückenwind" für die anstehenden Aufgaben gebe.

Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde mit 118 Stimmen erwartungsgemäß die westfälische Präses Annette Kurschus bestimmt. Die 52-Jährige gehört nun auch erstmals dem obersten EKD-Gremium an. In die 15-köpfige Vertretung schafften es außerdem andere Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft.

Vielfalt der Meinungen und Lebensmodelle

Zwei Personalien verdeutlichen gut die Vielfalt in dem Gremium und der Protestanten: Michael Diener repräsentiert den theologisch konservativen Flügel. Er ist Vorsitzender des strenggläubigen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, einer Organisation innerhalb der evangelischen Landeskirchen, die knapp 300.000 Gläubige vertritt. Diener lehnt homosexuelle Partnerschaften ab.

Auf der anderen Seite hat der EKD-Rat mit dem vom Katholizismus zum Protestantismus konvertierten Arbeitsrechtler Jacob Joussen erstmals ein Mitglied, das in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt.

Katholiken gratulieren

Der neue Vorsitzende Bedford-Strohm ist seit 2011 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Den Ratsvorsitz übernahm er im vergangenen Jahr, nachdem Nikolaus Schneider wegen einer Erkrankung seiner Frau Anne zurückgetreten war. Vor ihm liegt nun eine sechsjährige Amtszeit. Er wird somit 2017 an der Spitze der evangelischen Kirche stehen, wenn die Protestanten das 500. Reformationsjubiläum feiern.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte Bedford-Strohm und wünschte ihm Gottes Segen. Mit der Wahl werde die "Ökumene der kurzen Wege" fortgesetzt, schreibt Marx. Dieser Weg gelte auch für das Miteinander der Kirchen, die etwa in der Sterbehilfedebatte gemeinsam ihre Stimmen erhoben hätten. Dies werde künftig "mehr als je zuvor" notwendig sein.

bor/sti (afp, dpa, epd, kna)