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Tennis

Becker und Djokovic trennen sich

Paukenschlag im Tennis: Boris Becker ist nicht länger Trainer von Novak Djokovic. Becker kehrt an den Pokertisch zurück, Djokovic setzt auf einen spanischen Mentaltrainer.

Die deutsche Tennis-Ikone Boris Becker und der serbische Ausnahmespieler Novak Djokovic haben ihre Zusammenarbeit beendet. Beide Seiten bestätigten die Trennung. Djokovic gewann mit Cheftrainer Becker in drei Jahren sechs Grand-Slam-Titel und feierte insgesamt 25 Turniersiege.

An Beckers Seite hatte Djokovic zweimal bei den Australian Open, zweimal in Wimbledon sowie je einmal bei den French Open und US Open triumphiert. In der zweiten Saisonhälfte 2016 verspielte Djokovic, geplagt von persönlichen Problemen und Verletzungen, jedoch seinen großen Vorsprung und rutschte in der Weltrangliste auf Platz zwei hinter Olympiasieger Andy Murray aus Großbritannien ab.

Mentaltrainer soll helfen

Den Absturz konnte auch Becker nicht verhindern, obwohl der Mentor, so bezeichnet er sich selbst, früh warnte. Nach Djokovics Aus in Wimbledon kritisierte Becker die lasche Trainingseinstellung seines Schützlings, zeigte gleichzeitig aber auch Verständnis, immerhin hatte Djokovic kurz zuvor in Paris seinen letzten noch fehlenden Grand-Slam-Titel gewonnen.

Djokovics Nähe zu dem spanischen Mentaltrainer Pepe Imaz, einem Ex-Profi mit eigener Akademie in Marbella, soll das Ende der Zusammenarbeit mit Becker beschleunigt haben. Die "Sport-Bild" berichtete, dass Becker und Djokovics langjähriger Coach Marian Vajda nicht bereit waren, Seite an Seite mit Imaz zu arbeiten. Dessen Konzept von "Liebe und Frieden", Spiritualität und Meditation hat Djokovic jedoch offensichtlich stärker angezogen als Beckers leistungsorientierter Ansatz.

Als sich seine Konkurrenten in Halle/Westfalen und im Londoner Queen's Club auf den Saisonhöhepunkt vorbereiteten, besuchte Djokovic Imaz in Marbella, um in der Meditation nach "Liebe, Glück und Harmonie" zu suchen. Einen Einblick gibt ein zweistündiges Video, das Imaz, der wegen seines spirituellen Ansatzes oft als Guru bezeichnet wird, auf seine Homepage gestellt hat. Becker schien diese Art der Vorbereitung auf sein Wimbledon zu irritieren.

Trennung hat sich angebahnt

Nun also die Trennung, die weniger plötzlich kommt als Beckers Unterschrift beim Team Djokovic im Spätherbst 2013. Damals war Becker in Deutschland vor allem als der alternde Tennisstar mit der Fliegenklatschenmütze auf dem Kopf bekannt. Der Erfolg an Djokovics Seite verlieh dem ewig 17-jährigen Leimener wieder Autorität. Stets verhielt sich Becker loyal gegenüber seinem Arbeitgeber, selbst die unkontrollierten Ergüsse in den sozialen Netzwerken, die ihm einst den Spitznamen "Old Twitterhand" eingebracht hatten, hielten sich in erträglichen Grenzen.

Die Trennung bahnte sich schon seit Wochen an. Djokovic vermied Aussagen zur gemeinsamen Zukunft. Becker, dessen Vertrag auslief, zog im Gespräch mit englischen Medien bereits eine Art Fazit. "Ich habe die vergangenen drei Jahre sehr genossen", sagte der dreimalige Wimbledonsieger: "Ich war in meinem Element und werde auch zukünftig in meinem Element sein. Ich bereue nichts. Es war eine unglaubliche Zeit."

og/jhr (sid, bild)