Beamter: Saudischer Prinz Miteb freigelassen | Aktuell Nahost | DW | 29.11.2017
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Saudi-Arabien

Beamter: Saudischer Prinz Miteb freigelassen

Gut drei Wochen nach der großen Festnahmewelle in Saudi-Arabien ist der einflussreiche Prinz Miteb bin Abdullah wieder auf freiem Fuß. Dafür habe er eine hohe Summe gezahlt, verlautete aus Regierungskreisen in Riad.

Miteb bin Abdullah saudi-arabischer Prinz (Reuters/P. Wojazer)

Prinz Miteb bin Abdullah (Archivbild)

Der Sohn des verstorbenen Königs Abdullah und frühere Kommandeur der mächtigen Nationalgarde habe vor der Freilassung eine "vertretbare Vergleichsvereinbarung" mit den Behörden getroffen, sagte ein Beamter der Regierung. Die vereinbarte Summe wurde nicht offiziell mitgeteilt. Es sei aber davon auszugehen, dass die Zahlung bei umgerechnet mehr als einer Milliarde US-Dollar liege.

Nach Angaben des Beamten wurde mit drei weiteren wegen Korruptionsverdacht Festgenommenen ein Vergleich geschlossen. Mit mehreren Beschuldigten werde noch verhandelt, sie gegen Geldbeträge wieder freizulassen.

Das Informationsministerium des Landes bestätigte Prinz Mitebs Freilassung zunächst nicht. Beiträge der königlichen Familie in den sozialen Netzwerken sprachen aber ebenfalls für die Freilassung des Prinzen. Der 64-Jährige war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Massenverhaftung wegen Korruption

Prinz Miteb hatte den Chefposten bei der Nationalgarde bereits verloren, als er Anfang November mit mehr als 200 Prinzen, Ministern und Geschäftsleuten auf Geheiß von Kronprinz Mohammed bin Salman wegen Korruption festgenommen wurde. Konkret wurde er der Veruntreuung von Staatsgeldern beschuldigt.

Prinz Miteb, der einst als Anwärter auf den Thron galt, ist das bislang prominenteste Mitglied der Königsfamilie, das aus der Haft entlassen wurde. Einigen Experten zufolge wollte Kronprinz Mohammed, der auch Verteidigungsminister ist, mit der Entmachtung von Prinz Miteb seine Kontrolle über den Sicherheitsapparat des Landes festigen. Die Regierung in Riad versichert aber, dass es ausschließlich um die Bekämpfung der Korruption gegangen sei. Kronprinz Mohammed sagte in der Vorwoche der "New York Times", 95 Prozent der Festgenommenen seien bereit zu einem Vergleich und der Rückerstattung veruntreuter Güter und Gelder.

Beispielloses Durchgreifen

Die Festnahmewelle hatte in dem Königreich große Unruhe ausgelöst. Die Zugriffe waren unmittelbar nach der Einsetzung einer Anti-Korruptions-Kommission unter Leitung des Kronprinzen Mohammed bin Salman erfolgt. Das Vermögen der Betroffenen wurde eingefroren. Ein solches Vorgehen innerhalb der weit verzweigten königlichen Familie ist in der modernen Geschichte Saudi-Arabiens ohne Beispiel.

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Kampf gegen Korruption in Saudi-Arabien

Der im Juni zum Kronprinzen ernannte Sohn des 81-jährigen Königs Salman plant umfassende Reformen. Nach seiner Ernennung kündigte er einen strikten Modernisierungskurs an. Der Kronprinz gilt bereits als De-facto-Herrscher Saudi-Arabiens. Beobachter gehen davon aus, dass er anstrebt, bis zu seiner endgültigen Machtübernahme alle Widersacher aus dem Weg zu räumen.

US-Präsident Donald Trump hatte das harte Vorgehen gegen zahlreiche Mitglieder der Königsfamilie und Investoren wegen mutmaßliche Korruption gelobt.

kle/uh (afp, rtr)

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