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Sport

BBC: Tennisprofis manipulieren Spiele

Pünktlich zum Auftakt der Australian Open in Melbourne erhebt der britische Sender BBC schwere Vorwürfe gegen die Tennisszene: Spiele sollen manipuliert worden sein. Branchenprimus Novak Djokovic fordert klare Beweise.

Nach Informationen der britischen Rundfunkanstalt BBC und des US-Internetportals BuzzFeed News sollen 16 Tennisprofis aus den Top 50 in den vergangenen zehn Jahren in Spielabsprachen verwickelt gewesen sein. Schiebung sei im Tennis "weitverbreitet", berichtete die BBC, die nach eigenen Angaben im Besitz belastender Berichte ist. Namen nennen aber weder der Sender noch der Onlinedienst.

Start bei Australian Open?

Auch Partien in Wimbledon sollen von den Manipulationen betroffen sein, sogar Grand-Slam-Turnier-Sieger seien unter den Beschuldigten, hieß es. Einige der Spieler sollen auch bei den diesjährigen Australian Open am Start sein. Wett-Syndikate aus Russland und Italien hätten im Laufe der mit manipulierten Spielen Gewinne von mehreren Hundertausend Dollars gemacht haben, so die BBC.

Endgültige Beweise liegen der "Manipulations-Polizei", einer 2008 gegründeten Task Force mit dem Namen "Tennis Integrity Unit (TIU)", aber offenbar nicht vor, denn nach Angaben der BBC wurde wegen der jüngsten Verdächtigungen bislang noch kein Profi überführt und gesperrt.

Häufiger Berichte über Manipulationen

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Berichte über vermeintliche Absprachen bei Tennisspielen gegeben. So wurde der ehemalige russische Profi Nikolai Dawydenko beschuldigt, in einigen Begegnungen absichtlich aufgegeben zu haben. Bei Wettanbietern waren hohe Einsätze auf eine Niederlage des Russen eingegangen. Nach jahrelangen Untersuchungen war 2011 Tennisprofi Daniel Köllerer wegen Spiel-Manipulationen in drei Fällen lebenslang gesperrt worden. Dem Österreicher wurde vorgeworfen, eine Partie mit eigener Beteiligung sowie zwei weitere Spiele verschoben zu haben.

Djokovic fordert klare Beweise

ATP-Präsident Chris Kermode bestritt bei einer Pressekonferenz in Melbourne, "dass wir irgendwelche Dinge zurückhalten oder nicht gründlich untersuchen. Wir sind wachsam". Der Brite forderte Beweise. Die mahnte auch der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic an: "Ich glaube nicht, dass das einen Schatten auf unseren Sport wirft. Es gibt bislang keine klaren Beweise", sagte der Serbe. Bereits vor Jahren hatte Djokovic berichtet, dass ihm 2007 rund 200.000 Dollar angeboten worden seien, damit er beim ATP-Turnier in St. Petersburg ein Match verliert. "Natürlich sind wir nicht darauf eingegangen", sagte Djokovic.

wl/cw (dpa, sid)