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Filme

"Baywatch" kommt als Neuauflage ins Kino

Die Rettungsschwimmer von Malibu, als Serie in den 90er Jahren überaus erfolgreich, kommen auf die Kinoleinwand zurück. Halb Parodie, halb Sommer-Blockbuster. Selbst David Hasselhoff und Pamela Anderson dürfen kurz ran.

Das Bewachen von Traumstränden, das Baywatching, ist eine wichtige Sache. Das dachten sich wohl auch die Abermillionen Menschen, die "Baywatch" in den 1990ern zur kommerziell erfolgreichsten US-Fernsehserie des 20. Jahrhunderts machten. In 144 Länder wurden die spektakulären Rettungsaktionen - und heißen Flirts - der gut gebauten Strandbewacher übertragen. 243 Folgen lang.

Die Regeln, um in die auserwählte Schar der Retter-Elite unter der Leitung von Mitch Buchannon (damals gespielt von David Hasselhoff) aufgenommen zu werden, sind hart. Bei allem Stress dazuzugehören, bleibt aber immer noch Zeit, sich die Anerkennung der weiblichen Strandbesucher zu sichern. Die erste Staffel 1989/90 war zunächst ein Totalflop. Dann aber übernahm Hasselhoff selbst das Ruder: Seine Produktionsfirma "All American Television" führte die Rettungsschwimmer auf die Erfolgsspur - vor allem den Hauptdarsteller selbst.

"Waffenschein" für Hasselhoff

Er sei ein "Riese, der für sein Kinn einen Waffenschein braucht", schrieb damals Barbara Sichtermann 1990 in der Wochenzeitung "Die Zeit". Doch mache "der mehrfach sich kräuselnde Kussmund alles wieder gut, und die Augen sind auch noch, bei dunklem Lockenschopf, blau, stahlblau. Diese Vorzüge nebst 1,50 Meter langen Beinen und einer Zweitkarriere als Popsänger ließen den TV-Star auch hierzulande zum Teenie-Idol aufsteigen."

David Hasselhof (Imago/Milestone Media)

Frauenschwarm David Hasselhoff alias Baywatcher Mitch Buchannon

Das waren die 90er Jahre. Nicht gerade ein Teenie-, sondern eher ein Bodybuilder-Idol ist Dwayne Johnson, der in der Neuauflage den Mitch Buchannon spielen darf. Der ist dermaßen beliebt an seinem Strand, dass ihm zu Ehren sogar Sandstatuen errichtet werden. Mitch muss sich mit dem zweifachen olympischen Goldmedaillengewinner Matt Brody (Zac Efron, fast ebenso muskelbepackt wie Johnson) herumschlagen, der neu in Buchannons Lebensretter-Team ist. Der selbstverliebte und unzuverlässige Jungspund gefährdet mit seiner Art die Ermittlungen des Baywatch-Teams in einem Kriminalfall rund um Mord und Drogenschmuggel. Als die Rettungsschwimmer dem "Neuen", erzählen, welche Kriminalfälle sie in der letzten Zeit so aufgeklärt haben, lautet Brodys Kommentar: "Das klingt nach einer unterhaltsamen, aber ziemlich weit hergeholten TV-Serie."

Der Versuch einer Parodie

Die Szene zeigt: Der Comedy-erfahrene Regisseur Seth Gordon versucht - zwei Dekaden später - mit den Mitteln der Parodie auf die gute alte Zeit zurückzublicken. Der Plan geht aber nicht auf, sind sich die meisten Kritiker einig: "Die selbstironischen Seitenhiebe auf die einst erfolgreichste Fernsehserie des Planeten sind durchaus vorhanden – nur wirken sie hier weniger wie das Tüpfelchen auf dem i als vielmehr wie eine lästige Pflichtübung", schreibt etwa Christoph Petersen auf Filmstarts.de. Der Film "kann sich nicht entscheiden, ob er jetzt ernst genommen werden will oder eigentlich alles nur ironisch gemeint ist", ergänzt Marc Berndt bei crosstopia.de. Er sei "in jeder Hinsicht der klassische Sommer Blockbuster – frei von jeglicher Substanz, mit einigen guten und vielen schlechten Witzen." Die Handlung komme "aus der Konservendose", analysiert Keyvan Azh bei 4001reviews.de. "Umso unterhaltsamer sind das völlig absurde Finale und die darauf folgenden Outtakes". Na immerhin.

Die neuen Baywatcher posieren am Strand (Foto: Paramount Pictures/F. Masi)

Die neuen Baywatch-Helden am Strand

Durfte man mehr erwarten? Schon die Serie war ja nicht gerade bekannt für preisverdächtige Dialoge und cinematographische Feinheiten (immerhin hat sie aber zweimal, 1996 und 1997, den US-amerikanischen Fernsehpreis ASCAP gewonnen). Die Erfolgsgaranten von damals - David Hasselhoff und Pamela Anderson - haben immerhin ihren Cameo-Auftritt im neuen Baywatch: Für ein paar Sekunden dürfen sie über die Leinwand flimmern. Was für ein Glück. Die Befürchtung von Kritiker Marc Berndt: "Fortsetzung (bei finanziellem Erfolg) folgt garantiert."

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