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Kultur

Bayreuther Festspielleiter Wagner räumt seinen Platz

Von einem guten Tag für Bayreuth ist die Rede: Festspielleiter Wagner hat nach 59 Jahren seinen Rücktritt angekündigt - und wünscht sich seine Töchter als Nachfolgerinnen. Entschieden sei angeblich aber noch nichts.

Blick auf den Eingang des Neuen Schlosses in Bayreuth (Foto: dpa/25.07.2006)

Das Schloss in Bayreuth bekommt einen neuen Hausherren - womöglich zwei Damen

Gerade noch rechtzeitig hat Wolfgang Wagner eingelenkt. Mit seinem Rücktritt zum 31. August behält der 88-jährige Bayreuther Festspielchef das Heft des Handelns in der Hand und sichert vermutlich die seit der Festspielgründung 1876 andauernde Wagner-Dynastie auf dem "Grünen Hügel".

Der Wagner-Enkel will die Familien-Dynastie erhalten: Porträt von Wolfgang Wagner (Foto: dpa)

Der Wagner-Enkel will die Familien-Dynastie erhalten

Nach 59 Jahren an der Spitze der Bayreuther Festspiele macht Wagner damit den Weg für seine Nachfolge frei. In einem kurzen Brief an den Vorsitzenden des Stiftungsrates der Festspiele, Toni Schmid, kündigte er am Montagabend (28.4.2008) seinen Rücktritt an. Es sei an der Zeit, die Verantwortung abzugeben, zitierte Schmid aus dem Schreiben. Eine Nachfolge steht aber noch nicht fest.

Wagner räumt den Platz - für seine Töchter

Der Schritt sei Wagner nicht leicht gefallen, sagte dessen Anwalt Stefan Müller. Der 88-Jährige habe den Entschluss aber wohlüberlegt, nachdem seine Töchter Katharina und Eva Wagner-Pasquier vor kurzem mitgeteilt hatten, für eine gemeinsame Lösung zur Verfügung zu stehen. "Dem wollte er nicht im Weg stehen", sagte Müller am Dienstag. Wagner hatte sich zuletzt für eine Lösung zugunsten seiner 29-jährigen Tochter Katharina und als Alternative in Kombination mit ihrer 63-jährigen Halbschwester Eva Wagner-Pasquier aus Wagners erster Ehe ausgesprochen.

Zwei Porträts: Katharina Wagner (l.) und Eva Wagner-Pasquier sollen Bayreuth führen - wenn sie sich im Auswahlverfahren durchsetzen (Fotos: dpa/Archiv)

Katharina Wagner (l.) und Eva Wagner-Pasquier sollen Bayreuth führen - wenn sie sich im Auswahlverfahren durchsetzen

Der Rücktritt des langjährigen Festpielchefs sei aber an keinerlei Bedingungen gebunden, betonte der Bayreuther Oberbürgermeister Michael Hohl. Grundsätzlich kann damit binnen der in der Satzung vorgesehenen Bewerbungsfrist von vier Monaten jeder ein Konzept einreichen. Allerdings hätten geeignete Anwärter aus der Wagner-Familie auf jeden Fall Vorrang. "Externe Bewerber müssen besser sein", sagte Hohl. Mit einer Lösung sei dann pünktlich zum Ablauf der Frist zu rechnen.

"Guter Tag" für Bayreuth

Der Stiftungsrat werde sich in den kommenden Monaten in kleinen Arbeitsgruppen zusammensetzen, um über das geeigneteste Konzept zu beraten, sagte der bayerische Kunstminister Thomas Goppel. "Es ist endlich Bewegung in eine Situation gekommen, die zuletzt für Bayreuth zur Notlage geworden ist", kommentierte Goppel. Er sei dankbar für den Schritt Wagners und zuversichtlich, dass eine gute Nachfolgeregelung gefunden werde. Karl-Gerhard Schmidt, der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, sprach von einem "guten Tag", an dem Wolfgang Wagner die Festspielleitung räume und den Weg freimache.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann hob hervor, der Rücktritt Wagners ermögliche nun ein ordentliches Nachfolgeverfahren. "Ich gehe davon aus, dass der Stiftungsrat nach der vorgesehenen Bewerbungsfrist eine tragfähige und zukunftsträchtige Entscheidung treffen wird", erklärte der CDU-Politiker in Berlin. Der Bund werde zusammen mit Bayern und Bayreuth "auf eine Lösung hinwirken, die der Tradition und dem internationalen Ruf dieses berühmtesten Opernfestivals der Welt gerecht wird". (kap)

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