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Fußball

Bayers letzte Chance gegen Barcelona

Nur mit einem Sieg gegen Titelverteidiger Barcelona und Schützenhilfe von Borissow kann Bayer Leverkusen noch das Achtelfinale der Champions League erreichen. Ganz entspannt gehen die Bayern ihr letztes Gruppenspiel an.

Video ansehen 01:26

Bleibt die Werkself in Europa?

In der Liga sind sie auf Rang acht abgestürzt, im Europapokal droht die komplette Pleite: Es gibt nicht viel, das Bayer 04 Leverkusen vor dem abschließenden Spiel der Gruppenphase in der Champions League Mut machen könnte. Denn immerhin ist der Gegner kein Geringerer als Titelverteidiger FC Barcelona (Anstoß Dienstag 20:45 Uhr MEZ, ab 20:30 Uhr im DW-Liveticker). Gegen die Katalanen muss die Werkself gewinnen, wenn sie es noch in die Runde der besten 16 schaffen möchte. Die vergangenen Spiele lassen das aber eher nicht erwarten. Zu schwach war die eigene Chancenverwertung, zu zahlreich die Fehler in der Defensive. In den vergangenen zehn Pflichtspielen schaffte es die Werkself nur ein einziges Mal, zu null zu spielen - gegen den Viertligisten Viktoria Köln im DFB-Pokal. Dennoch reden die Verantwortlichen ihre Mannschaft vor dem Duell mit dem scheinbar übermächtigen Gegner aus Spanien stark: "Wir sind eine unberechenbare Mannschaft. Ich hoffe, dass wir einen tollen Tag erwischen und das Wunder wahr werden lassen. Wir brauchen ein bisschen Glück, dann haben wir eine kleine Chance", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler trotz der prekären Ausgangssituation.

Da sich Bayer 04 am 5. Spieltag der Gruppenphase ein

unnötiges 1:1 in Borissow

leistete und auch der direkte Vergleich gegen den AS Rom (4:4, 2:3) aufgrund teilweise haarsträubender Abwehrleistungen nicht gewonnen werden konnte, braucht die Werkself nun nicht nur einen Erfolg gegen Barcelona, sondern muss gleichzeitig auf Schützenhilfe der Weißrussen hoffen, die im anderen Spiel der Gruppe E in Rom antreten. Sollte Leverkusen nicht gewinnen, während Borissow einen Auswärtssieg in Rom schafft, wäre Bayer als Vierter sogar ganz raus. Als Dritter dürfte man sich immerhin noch über den Trostpreis Europa League freuen.

Tor für Hertha BSC gegen Bayer Leverkusen (Foto: Thomas Eisenhuth/dpa)

Ecke, Kopfball, Tor - Leverkusen hat in dieser Saison eklatante Schwächen bei Standardsituationen

Vor allem müsse Bayer, so Völler, die Defensivschwäche bei ruhenden Bällen des Gegners in den Griff bekommen: "Wir kriegen unwahrscheinlich viele Tore nach Standardsituationen. Jedes zweite Gegentor ist ein Tor aus einer Standardsituation", sagte der Weltmeister von 1990. "Das ist natürlich zu viel. Das müssen wir abstellen." Der türkische Nationalspieler Hakan Calhanoglu, der wie viele andere seit Wochen seiner Form hinterherläuft, versprühte wenig Optimismus: "Es wäre ein Wunder, wenn wir gegen Barça gewinnen", sagte der Freistoßkünstler, der genau wie Karim Bellarabi, Admir Mehmedi oder Julian Brandt keine Konstanz in seine Leistungen bekommt. Einzige echte Stützen der vergangenen Wochen waren Spielankurbler Kevin Kampl, der erst 19-jährige Innenverteidiger Jonathan Tah, mit Abstrichen Dauerläufer Christoph Kramer und Torjäger Javier "Chicharito" Hernandez. Auf den Mexikaner und seinen Torriecher wird es auch gegen Barcelona wieder ankommen. Chicharito hat in dieser Champions-League-Saison bereits viermal getroffen und war auch

am vergangenen Wochenende in der Bundesliga

erfolgreich. Neben dem Mexikaner soll der zum Reservisten degradierte Stefan Kießling eine neue Chance bekommen. Er soll vorne die Bälle halten und ablegen und seine Kopfballstärke offensiv wie defensiv einbringen.

Der zuletzt stark in die Kritik geratene Bayer-Trainer Roger Schmidt kündigte an, dass seine Mannschaft gegen den Gruppenersten alle Register ziehen werde, um das Starensemble aus Katalonien zu besiegen: "Wir haben bei der unglücklichen 1:2-Niederlage im Hinspiel gesehen, dass wir sie ärgern können." Aus dieser Begegnung Ende September schöpfen die Bayer-Profis das kleine bisschen Hoffnung im Duell David gegen Goliath. Schmidts Gegenüber, Barça-Coach Luis Enrique, wird einigen Spielern eine Ruhepause gönnen, zum Beispiel den Stammspielern Andres Iniesta und Gerard Pique. Zudem fällt Neymar verletzungsbedingt aus. Lionel Messi und Luis Suarez werden aber wohl spielen.

Bayern mit zweiter Garnitur nach Zagreb

Sportlich bedeutungslos ist dagegen das Gastspiel des FC Bayern München bei Dinamo Zagreb. Die Bayern sind bereits

Gruppensieger in Gruppe F

und können die Partie beim kroatischen Dauer-Meister eigentlich gelassen angehen. Allerdings sieht Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge seinen Verein bei der Jagd nach dem Triple in einem "ganz wichtigen Moment". Nach der 1:3-Niederlage in Mönchengladbach ermahnte der Klub-Boss die Spieler, sie müssten "noch mal ein Stück zusammenrücken". Für die Wiedergutmachung soll in Zagreb aber eine Elf aus Spielern sorgen, die normalerweise nicht so oft zum Einsatz kommen.

Philipp Lahm beim training (Foto: picture-alliance/dpa/T. Hase)

Bayern-Kapitän Philipp Lahm schaut bereits auf kommenden Februar

"Das nächste wichtige Spiel", sagte Kapitän Philipp Lahm mit Blick auf den prestigeträchtigsten Wettbewerb, "haben wir im Februar, März." Bis dahin muss Coach Guardiola seinem Team die seltsame Kopflosigkeit austreiben, die es nach Rückständen schon häufiger befallen hat. Wie etwa bei den schmerzhaften Halbfinal-Pleiten gegen Real Madrid und den FC Barcelona in Guardiolas ersten beiden Spielzeiten in München. Eine Wiederholung im kommenden Frühjahr - und der Katalane ginge im Sommer vielleicht als "Unvollendeter".

Deshalb kommt Zagreb nun doch eine gewisse Bedeutung zu. "Wir wollen dieses Spiel seriös angehen und auch da gewinnen", sagte Lahm. Vor allem aber wollen sich die Bayern wieder Selbstvertrauen holen für noch zwei Bundesligaspiele und das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Darmstadt 98 vor der Winterpause.

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